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Jürgen von Bülow inszeniert Studententheater in Hohenheim

Wenn Fernsehzuschauer vor Spannung Nägel kauen und im Theatersaal Tränen fließen, freut sich einer diebisch über seinen Erfolg: Der Stuttgarter Drehbuchautor und Regisseur Jürgen von Bülow. Seit sechs Jahren bringt er das Hohenheimer Studententheater in positive Schlagzeilen, sorgt für ausverkaufte Säle und erfolgreiche Gastspiele im Wilhelma Theater. Zwei Stücke und jeweils etwa vier Aufführungen erarbeitet er pro Jahr mit seinen Studenten, von denen er mit wärmsten Worten schwärmt: „Sie lernen unglaublich schnell, sind privat meist sehr interessante Menschen und viele bleiben unserer Theatergruppe sogar nach dem Studienabschluss treu.“ Mit den rund 30 Leuten macht Jürgen von Bülow erfolgreiches Theater an der Uni Hohenheim, sehr zur Freude des Rektorats. Ein bis zweimal pro Woche ist Probe, elf Stücke wurden bereits aufgeführt: „Die Qualität einer Inszenierung hängt immer davon ab, wie gut der Regisseur helfen kann,“ ist von Bülow überzeugt. Dabei lasse er seinen Darstellern möglichst freie Hand bei der Interpretation ihrer Rollen. Als Statist unter Claus Peymann und Regieassistent bei Hans-Günther Heyme – beide am Staatstheater Stuttgart – lernte von Bülow ab 1972 verschiedenste Arbeitsweisen kennen. „Etwa gegen Ende der 80er Jahre fehlte mir dann der Input beim Theater. Ich wollte vor allem eigene Stücke schreiben und habe das dann hauptsächlich für’s Fernsehen gemacht. Wenn man ein eigenes Stück auf dem Bildschirm sieht ist das ein noch schöneres Erlebnis als es auf der Bühne zu sehen.“ Es folgen Drehbücher unter anderem für Roland Emmerich, Felix Huby, für den Marienhof, den Disney- und Tigerenten Club, ein Stipendium an der Filmhochschule München und 1993 heimste von Bülow für den Kurzfilm „Replay“ den Bundesfilmpreis in Silber ein (Regie und Co-Autor ist Markus Schmidt). Außerdem lehrt der 51-Jährige an verschiedenen Hoch- und Schauspielschulen und dreht Imagefilme für Unternehmen. „Im Mittelpunkt meiner Arbeit steht vor allem die Frage: Wie kann ich den Zuschauer emotionalisieren? Beim Theater reizt mich zum Beispiel eine neue Interpretation klassischer Themen, also bekannter Stoff vor ungewöhnlichem Kontext“, sagt von Bülow, der übrigens tatsächlich über einige Ecken mit dem großen Loriot verwandt ist. „Ich bewundere, wie er ernste Themen unterhaltsam aufbereitet. Er ist mir ein Vorbild darin, wie er menschliche Facetten trotz aller Makel liebevoll in Szene setzt. Wie alle von Bülows will auch er aufrecht durchs Leben gehen und sich dabei nichts einbilden.“ Derzeit arbeitet Jürgen von Bülow außerdem an einer außergewöhnlichen Jugendbuchserie die im Herbst in einem Stuttgarter Verlag erscheinen soll. www.juergenvonbuelow.de

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