Campus-Ökumene

Aus dem Alltag einer Hochschulpfarrerin

Wer da jemals länger zugange war, weiß: Ein Campus ist eine eigene Welt. Es gibt ein Studenten-Restaurant, eine Verwaltung, öffentliche Toiletten, Kinderbetreuung und manchmal auch ein Hochschulpfarramt. In der ökumenischen Hochschulgemeinde Hohenheim teilen sich die evangelische Theologin und diplomierte Betriebswirtin Dr. Karin Bassler und ihr katholischer Kollege Odilo Metzler die Arbeit. Neben der monatlichen Predigt kümmern sich die beiden Hochschulpfarrer vor allem um Sorgen und Nöte der Studierenden und wissenschaftlichen Angestellten vor Ort. An erster Stelle rangieren Belastungen die aus flotter Regelstudienzeit, Prüfungsstress oder Lernschwierigkeiten – zum Beispiel auch durch Sprachbarrieren bei ausländischen Studenten – entstehen, aber auch ungewollte Schwangerschaften, Wohnungsprobleme, Anträge und Formulare sowie Hilfe bei gesundheitlichen Problemen gehören zum Berufsalltag von Karin Bassler. „Die Uni schmückt sich beispielsweise gern mit internationalen Studenten, kümmert sich aber nicht um ausreichende Wohnmöglichkeiten. Gerade für Studenten mit Migrationshintergrund bieten wir möglichst viele Integrationsmöglichkeiten. Das geht vom gemeinsamen Kochen bis zum vermittelten Sprachunterricht. Aber auch für andere Studenten gibt es viele Angebote – In erster Linie sind wir Anlaufstelle und Treffpunkt für Leute, die ohne uns in ihrem eigenen `Ghetto“ versumpfen würden“, bringt Karin Bassler ihren vielschichtigen Job auf einen Punkt. Kommunikation und praktische Hilfe sei das wichtigste für alle Studenten meint die Hochschulpfarrerin. Rat und Tat gibt es während der Präsenzzeiten im Büro, aber auch auf Vorträgen, bei Ausfügen und anderen Veranstaltungen ergeben sich Gespräche mit Betroffenen – Die Hohenheimer Hochschulpfarrer sind gefragt.

„Natürlich bin ich bei meiner Arbeit motiviert vom christlichen Glauben, mein Kollege und ich würden aber niemals eine Notsituation ausnutzen, um zu missionieren. Wer gezielt religiösen Rat sucht, kann zu einer theologischen Gesprächsrunde kommen“, sagt Karin Bassler. „Im Gegensatz zu anderen Pfarrern bauen wir auch keine Gemeinde auf, dazu ist der Wechsel einfach zu groß. Und: Die Kirche ja keine traditionelle Rolle an der Uni. Wenn es uns nicht gebe, würde sicher kein Aufstand ausbrechen um uns zu holen. Trotzdem sind wir voll beschäftigt, haben hier immer mit neuen Leuten und Ideen zu tun, was sehr anstrengt, aber auch großen Spaß macht. Im Übrigen arbeiten wenige Pfarrstellen so stark ökumenisch wie in Hohenheim. Das genieße ich sehr.“ www.oehg.de

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