Herr der Spiele

Spiele-Autor Wolfgang Kramer aus Bietigheim entwickelt Gesellschaftsspiele

Wolfgang Kramer setzt beruflich wirklich alles aufs Spiel: Acht bis zehn Stunden phantasiert sich der Bietigheimer in aufregende Welten und lässt spannende Geschichten für das Spielbrett entstehen, zum Beispiel Dschungel-Expeditionen oder mittelalterliche Märkte, auch originelle Kartenspiele gehören zu seiner Arbeit. Etwa 200 Spiele mit einer Gesamtauflage von über 10 Millionen Exemplaren veröffentlichte Kramer bisher, für viele erhielt er Branchen-Preise, etwa fünfmal den Preis „Spiel des Jahres“ und viermal den „Deutschen Spielepreis“. Ein gutes Spiel muss seiner Meinung nach einen starken Spiele-Anreiz haben, der sei allerdings von Mensch zu Mensch verschieden. „So gibt es für jeden Spielertyp ein entsprechendes Spiel: Strategie-, Kooperations- oder Kommunikationsspiele und Kinderspiele“, sagt Kramer, der zudem Gründungsmitglied der Spiele-Autoren-Zunft ist, und auch Vorträge übers Spielen hält. „Schon als Kind habe ich Spielfelder dazu erfunden und Regeln geändert, aber erst viele Jahre später entstand tatsächlich mein erstes eigenes Spiel – Es war ein Pferderennen und sofort erfolgreich“, erinnert sich der 65-Jährige.

Von da an veröffentlicht er parallel zu seinem Job als Betriebswirt und Informatiker regelmäßig neue Gesellschafts-Spiele. Als er 1989 sein Hobby zum Beruf macht, ist Wolfgang Kramer der erste hauptberufliche Spiele-Autor der Republik. Rund 40 Spiele-Autoren gibt es in Deutschland, eine anerkannte Ausbildung allerdings nicht und gerade fünf Kollegen können auch vom Spiele-Verkauf leben. „Um erfolgreich zu sein braucht man ein paar spezielle Fähigkeiten: Man sollte abstrakt und in Abläufen denken können, sehr viel Geduld haben, analytisch begabt und natürlich kreativ sein. Für einen freien Autor wie mich schadet auch Verhandlungsgeschick gar nichts.“ Inspiration holt sich der Musik- und Kunstliebhaber von überall her, zum Beispiel aus Filmen, Büchern oder von Modemachern. Rund drei Jahre dauert es dann von der Idee bis zum fertig produzierten Spiel und dem Spiele-Abend mit Freunden – Wolfgang Kramer spielt gerne noch selbst. Nicht nur um zu schauen was Kollegen so machen, sondern auch „weil jede Partie anders ist, auch wenn ich das Spiel schon hundert Mal gespielt habe. Außerdem verbindet Spielen Nationen und Generationen und eine Pleite beim Monopoly wirkt sich nicht auf mein Konto aus.“ Und weil er auch ein bisschen ehrgeizig ist, träumt er von weiteren Preisen und von der Erfindung eines völlig neuen Spieletyps. www.kramer-spiele.de ncf

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