true blue – moritz steinle zwischen kickers und hdm

Zwischen Waldau und Verpackungstechnik oder wie Moritz Steinle Studium und dritte Bundesliga unter ein Trikot bekommt

True Blue

Nach fünf Jahren als Profi-Kicker in der ersten Kickers-Mannschaft zog Moritz Steinle im Sommer 2008 Konsequenzen und schrieb sich an der Hochschule der Medien ein. „Das Studium hat oberste Priorität“ legte der 26-Jährige nach einer langen Strecke auf der Ersatzbank fest und kickte fortan freiwillig in der zweiten Oberliga-Mannschaft. moritz steinle Foto: Stuttgarter Kickers.

Zur Wintersaison holte ihn Cheftrainer Edgar Schmitt im Kampf gegen den Tabellenabstieg wieder in die erste Mannschaft zurück. Trotz verringertem Trainingspensum hält Verteidiger Moritz den Kickers das Tor zuverlässig sauber.
Zwar sei sein Stundenplan im zweiten Semester Verpackungstechnik „recht luftig“, trotzdem geht der Fußballprofi nur noch zwei statt acht mal in der Woche zum Training mit den Bundesliga-Drittligisten. Die restlichen Trainingseinheiten absolviert der Student weiterhin in der Oberliga. Bis jetzt ist Trainer Edgar Schmitt mit dem Comeback zufrieden, vermutlich weil der Klassenunterschied bei den bisherigen Spielen nicht all zu groß war. Dennoch ist für Trainer, Mannschaft und Moritz klar – der Spagat zwischen Studium und dritter Bundesliga ist erst mal eine Lösung auf Zeit. „Ich kicke nicht des Geldes wegen sondern hänge einfach an den Kickers. Aber dass ich studieren will war von Anfang an klar und mein Studium hat nach wie vor oberste Priorität“, betont Moritz Steinle und plant trotz gestreicheltem Ego nach seinem Abschluss in etwa fünf Semestern einen „guten Job“ zu finden: „Ich habe mich später einfach nicht in einem Sportverein oder als Trainer gesehen und wollte etwas völlig anderes machen, deshalb habe ich einen Studiengang mit breit gefächerten Berufs-Möglichkeiten gewählt“, erklärt Moritz Steinle seine Entscheidung. Und wenn nicht irgendwann ein „richtig großes Angebot“ von einem Mannschafts-Management kommt, wird sich sein Plan wohl auch genau so erfüllen.
1990 meldet sich Moritz Steinle gemeinsam mit seinem älteren Bruder zum Jugendtraining an, durchläuft alle Jugendmannschaften und bekommt mit 21 Jahren die Chance, ganz vorne mit zu spielen. „In die erste Mannschaft kommt man sicher nicht ohne Talent. Trotzdem fiel im Sommer die Vernunfts-Entscheidung für das Studium“, sagt Moritz Steinle. „Ich weiß einfach: Fußballprofi kann ich bis maximal 35 sein, dann wird’s unter Umständen eng. Außerdem muss man ja irgendwann was Gscheites machen oder?“ sagt er mit einem Augenzwinkern. Und so hilft Moritz Steinle mindestens noch diese Saison bei den Stuttgarter Kickers aus, switcht zwischen Waldau und der HdM in Vaihingen hin und her, genießt das Kontrastprogramm zwischen Ballspiel auf dem Rasen und den intellektuellen Anforderungen die das Studium an ihn stellt. Probleme, die zwei völlig unterschiedlichen Welten unter einen Hut zu bringen hat er keine – zieht er das blaue Trikot über, zählen vor allem Schnelligkeit, Koordination und Mannschaftsgeist – „dem Ball hinterher rennen“ nennt Moritz das auch lapidar – im Hörsaal zählen andere Talente, nämlich still sitzen, zuhören und pauken.
Weil die Blauen derzeit lediglich in der dritten Bundesliga kicken und das Studium noch nicht ganz so anspruchsvoll ist, lässt sich der Fußball momentan noch ganz gut einstreuen. Es bleibt sogar noch Zeit für Freundin Rebecca und Spaziergänge mit Hund Max. „Golden Retriever sind Jagdhunde und apportieren gern – also machen wir ihm die Freude und absolvieren regelmäßig ein ganz spezielles Training mit ihm“, erzählt Moritz Steinle. Wie es weiter geht, sollten sich die Kickers in der Tabelle wieder nach oben spielen, ist derzeit noch unklar. Moritz Steinle: „Für mich kommen natürlich nur sehr wenige Vereine in Frage, denn im Grunde bin ich schon ein Leben lang bei den Stuttgarter Kickers.“ Ganz nach dem Motto: Einmal Blauer, immer Blauer will Moritz seinem Verein treu bleiben und bleibt so oder so einfach immer am Ball.

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