horst evers zur lage der nation

Horst Evers –
Naiv, fatal und ganz schön komisch

„Das gibt’s doch eigentlich gar nicht oder?“ denken sich nicht nur Zuschauer, wenn der Geheimtipp der Kleinkunst-Szene Horst Evers in naivster Mimik seine mehr oder weniger fatalen Geschichten erzählt – auch der niedersächsische Kabarettist selbst staunt im ganz alltäglichen Wahnsinn immer wieder und verarbeitet seine Eindrücke zum Beispiel in seinem neuen Programm „Schwitzen ist wenn Muskeln weinen“.

In ihren Programmen geht’s fast immer um große und kleine Katastrophen – haben Sie die alle selbst erlebt oder in Ihrer Zeit als Taxifahrer einfach genau zugehört?

Evers: Die meisten Geschichten hab ich entweder selbst erlebt oder aus erster Hand erfahren. Für meine Programme dramatisiere ich die natürlich, denn im wahren Leben gibt es eben eher wenig gute Schlusspointen.

Ihren Zuhörern bleibt ja manchmal das Lachen im Hals stecken – passiert Ihnen das auch noch?

Evers: Es passiert täglich etwas, das mich entsetzt. Zum Beispiel wenn ich lese, dass unser Gesundheitsminister Rößler den Cheflobbyist der privaten Krankenkassen zum Berater im Ministerium macht – dann denke ich, das gibt’s doch eigentlich gar nicht oder?

Wie schaffen Sie’s, dass sich ihre absurden Phantastereien so problemlos in Alltagsgeschichten einfügen?

Evers: Es ist natürlich schon eine Grundregel, dass die Geschichten und Pointen im Bereich des Logischen bleiben. Bei Absurditäten kann ich spätestens vor Publikum messen, wie weit ich gehen kann. Wenn ich merke, dass das dritte Publikum nicht mehr mitkommt, dann muss ich an der Geschichte was ändern.

Können die Besucher Ihres Programms auch mit älteren Geschichten rechnen?

Evers: In meinem neuen Programm „Schwitzen ist wenn Muskeln weinen“ geht es wieder um den ganz alltäglichen Wahnsinn und da ich genug Geschichten habe, kommen darin keine alten Stories vor. Allerdings ist es so, dass ich alte Geschichten oft umschreibe, um sie lebendig zu halten und dass sich die neuen oft auf frühere Programme beziehen oder mit ihnen verzahnt sind.

Was sollten ihre Zuhörer mitbringen – Taschentücher? Oder sollte man vorsorglich einen Schnaps bestellen?

Evers: Nein, offene Ohren und Freude reichen. Es ist trotz allem eindeutiges Ziel, dass sich die Leute nach meinem Programm besser fühlen als vorher.

Horst Evers – aktuelles Programm „Schwitzen ist, wenn Muskeln weinen“, www.horst-evers.de

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