immer schön ins gras beißen – was kräuter alles können

Wirkungsvoller als Aromastoffe – Kräuter feiern ihr Comeback
„Immer schön ins Gras beißen“

Es gibt Leute, die ruhen sich auf Lorbeeren aus oder setzen sich in Nesseln und Unkraut vergeht nicht. Das ist auch gut – oft gilt so genanntes „Unkraut“ plötzlich als trendy und schafft es bis in die Sterneküchen. So geschehen mit Brennessel, Löwenzahn, und Gänseblümchen. Im Moment feiert der Giersch ein Comeback – das weiß blühende Unkraut gibt’s jetzt sogar zu kaufen, dabei wird selbst ein gefräsiges Hasenpärchen mit dem natürlichen Wildwuchs nicht fertig. „Ich wünsche dem Giersch, dass er tatsächlich in unseren Küchen Einzug hält. Bis um 1600 war er immerhin unser Spinat“, sagt Birgit Dirschka, Kräuterpädagogin, Präventologin und Hotelfachfrau aus Remseck. Bei Seminaren, Kochkursen, Vorträgen, Exkursionen und Verkostungen von Wildkräuter-Fingerfood, Kräuterpesto, Brotaustrichen, Kräutersalzen, Senfe, Tees, Gelees, Kräuter-Ölen und -Essigen vermittelt sie ihr umfangreiches Kräuterwissen. „Nicht jeder hat eine liebe Oma, die noch alles über Kräuter weiß“, so die 47-Jährige.

Auch Dieter Berweiler, Heilpraktiker und Inhaber des Calendula Kräutergartens in Stuttgart-Mühlhausen bestätigt: „Die meisten Leute kennen gerade so viele Kräuter, wie sie Finger an der Hand haben.“ Trotzdem – Kräuter boomen und Dieter Berweiler weiß wieso: „Wir haben Wachstumsraten, von denen andere Branchen nur träumen können und die Nachfrage steigt weiter. Ich denke, das liegt daran, dass Kräuter untrennbar mit der guten Küche sowie mit Bio-, Gesundheits- und Wellnessbewegung verbunden sind.“ Bei ihm wachsen auf mehr als 50000 Quadratmeter über 600 Kräuterarten und den Kräutern sei es egal, für welchen Zweck sie eingesetzt werden: „Thymian ist als Tee gut für meine Bronchien und als Gewürz gut für den Braten – das leisten Aromastoffe nicht“, erklärt Berweiler und erinnert daran, dass Mensch und Tier bis vor hundert Jahren eine Symbiose lebten: „Hat ein Kraut damals nicht angeschlagen, ist man eben meist an seiner Krankheit gestorben. Mit fortschreitender medizinischer Entwicklung vergaß man Kräuter und ihre Wirkung. Doch spätestens nach erfolglosen, schulmedizinischen Therapien erinnern sich viele wieder an sie.“
Ob Brennessel oder Basilikum – Birgit Dirschka rät: „Immer schön ins Gras beißen! Un-Kräuter sind Delikatessen am Wegesrand, mit ihnen geht Gesundheit durch den Mund – Brennessel und Bärlauch sind wahre Vitamin C-Bomben.“

Ihrer Meinung nach werden frische Kräuter In der Ernährung immer wichtiger – ihre Inhaltsstoffe stärken das Immunsystem, stimulieren die Gehirnfunktion, den Stoffwechsel, helfen bei Stress. Allerdings rät Kräuterberaterin Olga Dietl aus Stuttgart-Weilimdorf: „Da auch Gewürze heilend wirken, solltem man sie nicht unbedacht verwenden – informieren schadet nicht. Zum Beispiel Rosmarin: Er erhöht den Blutdruck erhöht und Leute mit Bluthochdruck sollten aufpassen.“ Neben vielen Fortbildungen war Olga Dietl zum Teil in wildesten Gebieten Sibiriens unterwegs. „Dort kommt man ohne Natur- und Pflanzenkentnisse nicht zu recht, der nächste Arzt ist vier Flugstunden entfernt“ so die Wahl-Stuttgarterin aus St. Petersburg.

Der Weg zur Kräuterliebe muss aber nicht lang sein: Bei Kräuterwanderungen zwischen Weilimdorf und Gerlingen entdeckt sie mit Groß und Klein immer neue Sorten. „Welche Kräuter man anpflanzt ist Typsache. Manche mögen Mediterranes, andere lieber Einheimisches“, meint Dieter Berweiler, der für den Anfang schmackhafte Klassiker wie Thymian, Rosmarin, Salbei, Majoran, Bohnenkraut und Ysop empfiehlt. „Die meisten sind pflegeleicht und dürfen sobald die starken Nachtfröste vorbei sind – hier im März oder April – ins Freie.

Bei der Erde lohnt sich spezielle Kräutererde – sie ist streng auf ungesunde Inhaltsstoffe geprüft. Auch Kräuterdünger erfüllen Bio-Standards“, so Berweiler. Susanne Weid vom Kräuter-Shop Naturkörble ergänzt: „Es darf ein sonniges Plätzchen sein und ich pflanze bei abnehmendem Mond.“ Welke Blättchen schneidet sie sofort ab. Trotz bester Pflege ist gegen Dummheit allerdings noch kein Kraut gewachsen. www.calendula-kraeutergarten.de, www.wildkraeuter-gastlichkeit.de, www.kraeuter-beratung.de, www.naturgaertle.de, www.sanitas-kraeutergarten.de, www.kloster-bebenhausen.de (originalgetreuer, mittelalterlicher Kräutergarten)

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