coole barkeeper-typen – ralf groher über die bar an sich

Ohne Schirmchen, aber mit Stil, Charme und guter Laune
Ralf Groher über seinen Bar-Prototyp, coole Typen und solche die es werden wollen

Frank Kelly Rich gibt in seinem neuen Buch „Die feine Art des Saufens“ zig Tipps, wie mann in Bars besonders cool rüberkommt – Ralf Groher gibt genau einen: Immer schön entspannt bleiben. „Das gilt vor allem für Gäste, die glauben, sie müssten mit besonderem Fachwissen glänzen“, so der Bar-Betreiber. Seine „Bar“ im Stuttgarter Westen gilt als Bar-Prototyp und Dauerbrenner, nicht zuletzt weil die erstklassigen Drinks zu moderaten Preisen über die Theke gehen. Hier treffen sich Studenten und langhaarige Spät-68er genau so wie Pärchen zum ersten Date, Touris aus der ganen Welt, leidenschaftliche Whiskey-Liebhaber und After-Worker. „So wagen wir jeden Abend den Spagat zwischen der kleinen familiären Eck-Kneipe und weltoffener Cocktailbar“, sagt Ralf Groher.

Sein Hauptanliegen ist es allerdings, „dass die Gäste eine Auszeit erleben, für ein paar Stunden Ort und Zeit vergessen“. Tatsächlich scheint die Zeit hier Mitte der 70er stehen geblieben zu sein: Die Wände scheinen warm orange Orange, das Mobiliar ist in braun und beige gehalten und die klassischen Barhocker haben auf ihren gusseisernen Füßen einen festen Stand, was der eine oder andere am späten Abend sicher hilfreich findet. Hier geht sowieso jeder einigermaßen aufrecht raus, darauf achtet das Team hinterm Tresen, auch wenn – schwer vorstellbar aber wahr – bis zu 100 Leute ihre Drinks hier nehmen. „Wir sind gerne Barkeeper Ihres Vertrauens und passen gut auf unsere Gäste auf, das ist ein bisschen wie beim Friseur. Dazu gehört beispielsweise, dass wir zwischendurch mal ein Wasser auf den Tisch stellen oder darauf achten, dass Frauen ihre Ruhe haben. Hier wird es generell nie wirklich laut auch wenn sonntag abends Live-Musik auf dem Programm steht.“

Eine Bar und dann auch noch gerade „Die Bar“ war schon lange Ralf Grohers Traum. Als der ehemalige Besitzer aufgab, übernahm er die Räumlichkeiten und offeriert nach acht Jahren die wohl beste Rum- und Whiskey-Auswahl weit und breit, darunter Sammlerstücke die sonst niemand aufmacht. „Wir streben immer nach dem Maximum, das gilt bei den Zutaten – für unsere Drinks verwenden ausschließlich frische Direktsäfte – genau so wie bei der Auswahl die ständig wechselt, bis auf einige Klassiker die wir sehr gerne empfehlen. Außerdem arbeiten wir alle mit Messbecher, das sieht zwar nicht so cool aus, garantiert aber gleichbleibende Qualität.“

Für alle die selber gerne Drinks mixen und ihr Wissen über Getränke erweitern möchten, bietet Ralf Groher Kurse und Seminare an. Gute Drinks alleine reichen allerdings nicht meint er, auch an den Barkeeper selbst dürften Gäste hohe Ansprüche stellen: „Um Barkeeper weht ja oft ein Hauch von Mythos – er ist normalerweise cool, gleichzeitig allgemein gebildet, beherrscht seinen Körper, ist diskret, hat ständig wechselnde Frauengeschichte und immer was zu erzählen, kurz: Er muss eine Type sein.“ Und weil ein Barkeeper auch jede Menge Geschichten hört, schreibt Ralf Groher in ruhigen Minuten schon an Bargeschichten, die irgendwann als Buch erscheinen.

Die meisten Gäste kommen übrigens auf Empfehlung, so auch Helge Schneider, der an einem Winterabend in kurzen Hosen auftauchte. „Eines der skurillsten Erlebnisse“ schmunzelt Ralf Grohe, der auf vielen Reisen, als Vater, Musiker nicht gerade an Langeweile leidet. Allein mit seiner früheren Band Los Gigantes rührte der 39-Jährige seine Zuhörer nicht nur auf Mexiko-Tourneen zu Tränen. Die Los Gigantes sind seit einigen Monaten Geschichte, aber der Sänger bastelt mit de Ralf Groher Quintett, einer zurück gelehnten Jazz-Blues-Soul-Combo – bereits an einer neuen musikalischen Karriere. Zum hochkarätigen, internationalen Personal gehören unter anderem die koreanische Pianistin Gee Hye Lee oder Antoine Fillon, der unter anderem in der Harald Schmidt-Show trommelte und sicher noch öfter in Ralf Grohers Bar zu hören sein wird. www.bar-stuttgart.com

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