schazmann’s schätzchen

Polierte Leidenschaft: Hans-Peter Schazmann und seine Oldies

Es ist die ganz große Liebe fürs Leben, obwohl sie ziemlich einseitig ist: „Auto fängt mit A an und hört mit O auf – das sagt alles über meinen Mann und seine Leidenschaft“, meint Käte Schazmann mit einem Schmunzeln. Sie hat sich längst damit abgefunden, dass sie die Hingabe ihres Mannes Hans-Peter seit Jahrzehnten mit seinen Schätzchen teilt, die er in mehreren Garagen hegt und pflegt.

Rund 1000 Stunden und etwa zehnmal so viele Euros stecken in den Old- und Youngtimern. Echtes Herzstück der sechsteiligen Sammlung ist der silberne Porsche 356 B T6, ein Karman Hardtop Coupé aus dem Jahr 1961, das gerade 699 Mal und für den amerikanischen Markt gebaut wurde. „Die frühere Besitzerin wusste gar nicht, was sie mir für eine Rarität verkauft“, meint der Mechaniker und Kraftfahrzeugingenieur immer noch schmunzelnd und schiebt fast zärtlich die hellblaue Baumwoll-Haube vom makellosen, polierten Lack.

Kaum von seiner Schutzhülle befreit, strahlt der Oldtimer mit Hans-Peter Schazmann um die Wette. Wer genau hinschaut, erkennt zwei Medaillen von Solitude-Prüfungsfahrten auf dem Heck sowie zwei Autogramme auf dem Handschuhfach: Hier haben Porsche-Rennfahrer Herbert Linge und Stuttgarter Rennfahrer Legende Hans Hermann schwungvoll mit schwarzem Filzer unterschrieben – bei Oldtimer-Treffen sorgen die Signaturen für besonders beeindruckte Blicke.

Nebenan halten weitere zwei- und vierädrige Lieblinge Winterschlaf, die frisch lackierte Simson Schwalbe etwa, der russische Nachbau einer BMW Militärmaschine oder der karamellbraune Tatra aus den Roaring Twenties. Nur ein Platzproblem hält den Bastler davon ab, in neue Oldies zu investieren. Im Flur und im Arbeitszimmer der Schazmanns reiht sich Pokal an Pokal, zeugen stumm-glitzernd von erfolgreichen Rennen in Deutschland, Frankreich, Österreich, Italien und in der Schweiz.

Die Faszination Technik packt bei Schazmanns gleich mehrere Generationen: Urgroßvater Heinrich goss Teile des ersten Daimler-Verbrennungsmotors und Grovaddern sah das erste Motorboot auf dem Neckar schwimmen, Schazmanns Sohn investierte viel Freizeit in den Porsche und sein Enkel liebt die Schwalbe. Liegt womöglich in den Genen? „Das kann natürlich sein“, feixt Hans-Peter Schazmann. „Für mich sind es aber ganz spezifische Kriterien, wie Spaß an alter Technik: Wenn ich mal liegen bleibe, bekomme ich den Wagen selbst wieder flott, das geht bei neuen Autos nicht mehr. Dann die Motorengeräusche: Porschesound ist wie Musik für mich, da bleibt das Radio grundsätzlich aus.

Auch das oft sperrige Handling finde ich reizvoll: Ohne Servolenkung oder synchronisiertes Getriebe muss man richtig arbeiten beim Fahren und mit einer Seilzugbremse sollte man den Bremsweg genau einschätzen können damit’s an der Ampel nicht rumst“, sagt Schazmann. „Moderne Autos denken ja fast mit. Zumindest machen sie Autofahren dank ABS und anderer technischer Finessen zu jeder Jahreszeit problemlos“, so Hans-Peter Schazmann.

Die wahrscheinlich wichtigste Erfindung der Zukunft sieht der Auto-Experte in der Entwicklung eines Motors, der ohne herkömmliches Benzin auskommt. Von Lebensmitteln im Tank, also Kraftstoffe á la E10 hält er eher wenig: „Ich denke an Elektro-Motoren. Da ist der Energiespeicher eben noch das größte Problem. Gasmotoren sind eine gute Alternative. Da kommt nach der Verbrennung nichts als Kondenswasser im Auspuff, das kann man trinken“, weiß Hans-Peterer Schazmann und würde sich zum Beweis für die Umweltverträglichkeit sogar ein Schlückchen genehmigen.

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