S wimmelt

So um 1960 soll das erste Wimmelbilderbuch in Deutschland erschienen sein, dann wurden die gemalten, vor Details strotzenden Bilder eine Weile vergessen. Im digitalen Zeitalter erfreuen sich anklickbare Wimmmel-Suchbilder großer Beliebtheit. Jetzt bietet der Silberburg-Verlag mit „Stuttgart wimmelt“ eine hübsche, gedruckte Alternative an, auf der es mit dem Zeigefinger viel zu entdecken gibt!

swimmelt Mama Nina, Papa Leo, Tom leben in Stuttgart und bekommen Besuch von Oma Paula und Opa Erich – gemeinsam mit Hund Theo und Ausreißer-Papagei Rufus gehts auf Besichtigungstour, quer durch die Stadt: Los gehts am umstrittenen Hauptbahnhof. Da steigen Leute in Züge ein und aus, ansonsten ist es vergleichsweise ruhig, vermutlich ein Sonntag? Die „echten“ Taxifahrer würden sich über so einen Tag sicher auch mal freuen. Dafür stellt Illustratorin Tina Krehan den Turm aus bunten Ritter-Sport-Schokotafeln in 3D an den Kiosk – der ist normalerweise nur zweidimensional auf einem überlebensgroßem Stoffbanner in der Bahnhofshalle zu sehen und beschert der Waldenbucher Schoko-Manufaktur sicher eine Menge Umsätze.

Die nächste Szene spielt mitten im Herzen der Stadt, auf dem Schlossplatz: hier steigen Ballons in die Höhe, eine Stute grast im Schlossgarten, an der Siegessäule freut sich ein Hochzeitspaar, den Rasen bevölkern jede Menge Sonnenhungrige und Picknicker und Segway-Fahrer passieren den Brunnen, in dem ein paar Leutchen baden und prustend wieder auftauchen. Auch Hund Theo schüttelt sich das Brunnenwasser aus dem Fell.

Weiter gehts in die Markthalle: hier duftet es nach Delikatessen aus aller Welt und im Wimmelbuch rollen zudem jede Menge Äpfel durchs Bild. Theo flüchtet mit ein paar gemopsten Würsten im Maul und einer jungen Dame purzeln beim Zusammenstoß mit einem jungen Herrn vor Schreck die Kartoffeln aus der Tüte.

Ganz klar: die Wilhelma darf im Buch nicht fehlen! Als klassisches Wimmelbuch-Motiv macht sich einer der schönsten zoologisch-botanischen Gärten Deutschlands besonders gut. Affe, Tiger, Elefanten, Nashorn & Co. spielen, duschen oder beobachten die zahlreichen Besucher, die hier mit Kind und Kegel ein paar exotische Stunden erleben.

Der neu gestaltete Marienplatz ist in „Stuttgart wimmelt“ zwar genau so belebt wie sein Vorbild im Stuttgarter Süden, sieht in Thea Krehan’s Illustration aber um einiges heimeliger aus als die betonierte Wirklichkeit. Eine wimmlige Flughafen- und eine feucht-fröhliche Volksfest-Szene machen die Bilderbuch-Stadtführung komplett. Dieser „Ausflug“ über 16 dicke Pappseiten macht Lesern von 1 bis 111 Jahren Spaß.

Tina Krehan „Stuttgart wimmelt“, 16 Seiten, Pappbilderbuch, 14 Euro 90, Silberburg Verlag

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