„blickkontakte“ im alten rathaus sillenbuch

Sie heißen Flatrate, Hummelflug, Planquadrat oder Blueberry Hills und sie machen einfach gute Laune: mit der Ausstellung „Blickkontakte“ ist Uwe Leonhardt noch bis Ende der Woche Gast im Atelier des Grafikers Wilhelm Wilfried Welch, der seine Räume und das Treppenhaus im Alten Rathaus Sillenbuch als Galerie zur Verfügung stellt.

„Leute, die meine Ausstellungen besuchen, sagen oft zu mir: Sie müssen aber ein fröhlicher Mensch sein“, erzählt Uwe Leonhardt und er antwortet dann: „Auch nicht mehr als andere.“ Trotzdem versprühen seine abstrakten Motive eine farbige Lebendigkeit, die einfach ansteckt.

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Seit rund 28 Jahren lebt Uwe Leonhardt im Sillenbucher Erdbeerweg, dort entstehen auch seine Großformate, Serien mit kleinen Bildern, auch Arbeiten mittlerer Größe sind dabei. „Früher habe ich mal mit Öl angefangen, doch dann kamen die Acrylfarben und ich bin umgestiegen. Sie trocknen viel schneller und verkürzen dadurch den Arbeitsprozess. Außerdem muss ich dann meine Pinsel nicht mit Terpentin auswaschen“, so der Künstler.

Auch stilistisch sattelte der gebürtige Leipziger um und tauschte Landschaften, Stillleben und „akkurate“ gegenständliche Malereien im Jahr 2004 gegen Flächen, Symbole und abstrakte Figuren ein. Schon während seines Studiums an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart war ihm klar, dass er in den grafischen Bereich gehen wollte.

Nach seinem Abschluss arbeitete er bei verschiedenen Stuttgarter Werbeagenturen als Art Director und liebte seinen Beruf. Allerdings: „Im kundenorientierten Alltag der Werbebranche kann man ja selten machen, was man möchte, sondern muss das umsetzen, was der Kunde möchte. Zum Ausgleich wurden eben meine eigenen Bilder immer freier“, sagt Leonhardt. „Wenn ich eine leere Leinwand vor mir habe, dann weiß ich noch gar nicht, was dabei rauskommt“, sagt Uwe Leonhardt und ergänzt: „Meine Bilder haben auch keinen intellektuellen Zusammenhang: ich mache einfach farbenfrohe, plakative, spielerisch-grafische Kompositionen.“

Neben Acrylfarben, Pastellkreide, Bunt- und Bleistiften kommen hier und da auch Materialien zum Einsatz: zerknautschte Kronenkorken zum Beispiel, Punkte aus Filz, Holzstäbchen oder Klebeband sorgen unter Spachtelmasse und Farbschicht für spannende Formen, Strukturen und verblüffende Effekte.

Besonders verspielt wurde eine kleine Serie mit bemalten Korallen. „Für mich darf ein Bild auf keinen Fall langweilig sein, deshalb beziehe ich auch nicht bemalte Stellen in die Gestaltung mit ein. Das erzeugt eine gewisse Spannung. Oder manchmal lege ich unter dem Bild eine Schicht Farbe an, die ich später freikratze. Dieser ganze Gestaltungsprozess geschieht spontan und intuitiv. Meine Bilder kann man nicht vorskizzieren oder planen, das würde ziemlich verkrampft und wie ausgemalt wirken.

Während der aktuellen Ausstellung wurden bereits mehrere Arbeiten direkt von der Wand weg gekauft. Auch mit seinen Kollegen der Sillenbucher Künstlergruppe stellt Uwe Leonhardt manchmal aus. Ab und
zu gönnt er sich zudem einen Tag bei der Herrenberger Straßengalerie und hat großen Spaß daran, mit
Leuten über Kunst zu reden oder zu beobachten, wie Passanten auf seine Bilder reagieren.

Bis Ende Juli sind die Arbeiten im Alten Rathaus noch zu sehen. Öffnungszeiten auf Anfrage bei Uwe Leonhardt 0711/478609, uwe-leonhardt@gmx.de, www.uweleonhardt.de oder bei Atelierinhaber Wilhelm Wilfried Welch, 0711/01705360214, welchgrafik@yahoo.de, www.welchgrafik.com

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