sehnsuchts-stiller: so schmeckt der bodensee

Allen, die wie ich seit Monaten davon träumen, am Bodensee auf der Uferpromenade zu sitzen und mit Blick aufs Wasser glücklich zu seufzen, und die aus irgendwelchen Gründen doch nicht aus dem Büro kommen, empfehle ich zwischendurch „Das Beste vom Bodensee. Küche & Lebensart“ von Christiane Leesker und Vanessa Jansen zu genießen.

Leesker-Bestes-9783878000488 Ausgerechnet zwei Nordlichter haben sich diesem „Koch-, Fernweh- und Schmökerbuch“ gewidmet und rund um den See Restaurants erkundet und Erzeuger vor Ort besucht. Felchen, Wein und Äpfel – keine Frage: der Bodensee hat seine typischen Spezialitäten. Doch das Gebiet zwischen Radolfzell und Bregenz hat noch mehr zu bieten, fanden doch – je nach Region – Einflüsse aus Baden und Bayern und natürlich aus der Schweiz und aus Österreich ihren Weg in die Küchen am See.

Autorin Christiane Leesker und Fotografin Vanessa Jansen haben sich von der Landschaft und von Genüssen verzaubern lassen und entlockten den besuchten Köchen so einige Küchengeheimnisse. Außerdem stellen sie Orte und Menschen vor, die Gastronomen, Erzeuger und Feinschmecker mit ihren regionalen Produkten versorgen. Zum Beispiel der Fischer Andreas Knoblauch, der morgens um vier seine Felchennetze einholt. Auch die „Exkursion“ zum Apfelanbau und in die Mostherstellung oder in die Hopfengärten nach Tettnang ist spannend.

Schon der liebevoll gestaltete Einband des Buches macht Freude, die wunderschönen Fotos sind ein optischer Genuss und wer sich von den sieben Rezept-Kapiteln inspirieren lässt – die Bandbreite reicht von Salaten und Vorgerichten über Suppen, Fisch- und Fleischgerichte, Nudeln und Kartoffeln bis zum Vesper und Dessert – kann für Freunde und Familie die ganze Vielfalt der Bodenseeregion auf den Teller bringen.

Die Zutaten für den bunten Blattsalat können wir – dank moderner Logistik auch in Stuttgart – frisch und knackig von der Gemüse-Insel Reichenau kaufen. Das passende Schössli-Dressing verrät, dass wir uns geschmacklich nahe der Schweiz befinden. Die Kreation stammt vom Seerestaurant Schlössli aus Horn. Der Nüsslisalat mit Eierschwämmli kann und will seine Schweizer Wurzeln nicht verleugnen, er wird den Gästen im Arboner Gasthaus Engel serviert.

Die Schweiz, Österreich und das Allgäu sind auch der Grund dafür, dass am Bodensee neben Fischen, Obst und Gemüse auch Käse eine wichtige kulinarische Rolle spielt. So etwa in der Thurgauer Käseterrinne, in der Bregenzerwälder Käsesuppe, bei den Kässpätzle sowieso oder beim Suure Käs nach Allgäuer Art.

Bei den Fischrezepten haben mich vor allem zwei luftig-leichte Varianten überrascht: zum einen die Hechtlößchen in Dillschaum, zum anderen der Felchenaufstrich fürs Brot (der ist allerdings bei den Vorspeisen dabei). Danke auch für den Tipp „Fisch filieren wie ein Küchenchef“ und fürs Originalrezept Felchen Müllerin.

Last but not least lässt sich mit dem Apfelkuchenrezept vom Obsthof Steffelin oder mit dem verführerischen Milchrahmstrudel vom Gasthof Engel die Zeit bis zum nächsten Seebesuch genussvollst überbrücken.

Christiane Leesker, Vanessa Jansen „Das Beste vom Bodensee. Küche & Lebensart“, 176 Seiten, Hardcover, 29 Euro, südverlag

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