thorbeckes blumenkalender

2016 wird blumig: in Thorbeckes Blumen-Kalender begleiten 53 historische Blüten durchs Jahr. Ob Lenzrosen des 19. Jahrhunderts, seltene Leberblümchen, Silberknöpfchen oder Lilienfunkie: Vor allem Blumenkenner und Züchter sind ständig auf der Suche nach alten Sorten mit außergewöhnlichen Merkmalen. Auch passionierte Gärtner freuen sich über ein Comeback von Winterling & Co.

blumenkalender Während Ringelblumen, Hyazinthen, Kapuzinerkresse, gelbe Narzissen, Ranunkeln oder Frühlingskrokusse bei uns im Vorgarten jeden Trend überdauert haben, waren mir Baumveilchen, Goldgesäumte Frühlingsprimeln, Schachbrettblumen und Hundszahn tatsächlich bisher unbekannt.

Pro Woche stellt Autorin Brigitte Wachsmuth auf kunstvoll gestalteten „Blütenblättern“ eine ausgewählte blühende Pflanze früherer Zeiten vor: Maler, Kupferstecher und Lithographen hielten die Sorten für die Nachwelt fest, obwohl es von manchen Exemplaren kaum mehr lebendige Pflanzen, Samen oder Zwiebeln gibt.

Als ausgewiesene Kennerin zieht Brigitte Wachsmuth alte Sorten im eigenen Garten, sammelt Veröffentlichungen und publiziert selbst zahlreiche Bücher zum Thema. In kurzen Texten erläutert sie auf jedem Kalenderblatt, was die vorgestellte Sorte besonders macht, wo sie verbreitet war oder ist, warum und von wem sie geschätzt wurde und weshalb es sich lohnt, sie eventuell wieder in den Balkonkasten oder ins Gartenbeet zu holen. Auch mehr oder weniger skurrile „Blumen-Schönheitsregeln“ vergangener Jahrhunderte greift die Autorin in ihren Begleittexten auf.

So schätzte Markgraf Karl Wilhelm von Baden vor allem Alte Nelken und zog rund 600 verschiedene Sorten, die alle aus Holland stammten. Johann Sebastian Bach war von der Duftgeranie begeistert, Goethe verfiel der Dahlie und in England brach um 1800 anscheinend eine regelrechte Aurikelmanie aus.

Übrigens: auch ein Kaktus schaffte es in den blühenden Jahresreigen. Tatsächlich sind die stachligen Gesellen in den vergangenen Jahren etwas aus der Mode gekommen, doch Kakteenliebhaber freuen sich nach wie vor an der Sortenvielfalt und über vielfarbige Blüten, die auch die pieksenden Mitbewohner hin und wieder zur Schau stellen.

Ich ziehe demnächst um und freue mich schon auf das Silberblatt – offizieller Name: Mondviole – das am neuen Wohnort gedeiht. Vorher aber werde ich hier noch einige geliebte Sorten ausgraben und mitnehmen, damit sie nicht verloren gehen. So wunderschön dieser Kalender ist, am allerschönsten sind die Blüten nämlich als lebendes Exemplar im eigenen Garten.

Brigitte Wachsmuth „Thorbeckes Blumen-Kalender“, 56 Seiten mit zahlreichen farbigen Abbildungen, Spiralbindung, 19 Euro 99, Thorbecke Verlag

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