50 dinge, die ein richtiger baden-württemberger getan haben muss

„Wir können alles außer Hochdeutsch“: Baden-Württemberger werden im Rest des Landes oft ein bisschen kächelig wahrgenommen und so manche Imagekampagne trägt nicht gerade zur cooleren Außenwirkung bei – andersrum sind uns „Reigschmeckte“ auch nicht immer recht. Doch was genau ist eigentlich typisch Baden-Württemberg? Landschaftlich-geographisch gibts da kein Federlesen: die Schwäbische Alb gehört unbedingt dazu, der Bodensee – in Teilen – sowie der Schwarzwald, der Breisgau und Hohenlohe sowieso. Soweit so klar! Was Baden-Württemberger allerdings neben ihrer Kehrwoche so treiben, war für manchen bisher ein Geheimnis, das Karin Kotny jetzt lüftet: „50 Dinge die ein richtiger Baden-Württemberger getan haben muss“, so der Titel ihres speziellem „Heimatbuches“, ist zwar ein bisschen sperrig, der Inhalt dafür um so amüsanter.

50dingeFür ihr neues Buch befragte die Autorin „Ureinwohner“, Zugezogene und Menschen aller Herren Länder, was man kennen und getan haben muss, um als echter Baden-Württemberger durchzugehen. Heraus gekommen ist eine hübsch aufbereitete „Liste“ mit 50 Aufgaben und für die originellen Beweise gibts auch gleich ein Plätzchen im entsprechenden Kapitel.

Nichts leichter als das denke ich mir als Aufgabe Nr. 9 lese: „Filderkraut selbst zubereiten“ steht da und klar, das hab ich sogar öfter gemacht, schließlich hab ich bis vor einer Woche direkt auf den Fildern gewohnt. Okay, im Buch verrät „Speisemeisterei“- und Sternekoch Frank Oehler sein Rezept für die orientalische Variante und mir fehlt auch das Beweisfoto vom Gruppen-Essen, trotzdem hake ich diesen Punkt mal erfolgreich für mich ab.

Auch Nummer 18 – „Im Hegau einen erloschenen Vulkan besteigen“ – scheint mir mühelos machbar und nachdem ich auf Seite 55 den Beweis für Nr. 14 einkleben kann – die Skizze einer eigenen Erfindung – dachte ich schon, ich gehör zum harten Kern Baden-Württembergs. Doch dann wurds haarig: „Auf der Terrasse des Marbacher Literaturmuseums vor Publikum ein Gedicht von Schiller aufsagen“ (Nr. 1), die Neckar- und Donauquelle besuchen oder ein Schwäbisch-Hällisches Schwein streicheln hätte ich mir ja noch vorstellen können. Mich in Tripsdrill in der Altweibermühle wieder jungrutschen (Nr. 25), hab ich vor langer Zeit glaub auch mal gemacht, aber eine Schwarzwälter Kuckucksuhr bauen traue ich mir einfach nicht so recht zu.

Auch Nummer 35 – eine Wallfahrt nach Walldürn – scheitert vermutlich erst mal daran, dass ich keine Wallfahrtslieder kenne. „An einer Sitzung des Baden-Württembergischen Landtags teilnehmen, ohne dabei einzuschlafen“ ist, wie „an Sylvester im Bodensee baden“, ebenfalls eine echte Herausforderung. Endgültig ausgestiegen bin ich allerdings bei Nummer 26: „In eines der Freiburger Bächle fallen und Heiraten“ – bei aller Heimatliebe, das kann kein Mensch von mir verlangen! Frau Kotny, reicht hier nicht das Reinfallen?

Trotzdem: mein Ehrgeiz ist geweckt und ich bin total gespannt, wie viele Beweise ich in nächster Zeit ins Buch kleben kann! Wer Lust hat, einige Aufgaben gemeinsam anzugehen, kann mir gerne schreiben!

Karin Kotny „50 Dinge, die ein richtiger Baden-Württemberger getan haben muss“, 176 Seiten, broschiert, 19 Euro 90, Silberburg-Verlag

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