111 geschäfte in stuttgart die man erlebt haben muss

Ich geh ja vergleichsweise selten nach Stuttgart zum „Shoppen“ – der Trubel auf der Königstraße stresst mich ziemlich und zudem finde ich hier meistens Läden großer Ketten, die ihre normierten Produkte an mich bringen wollen. Aber wenns mal was besonderes sein soll, dann hat der Kessel tatsächlich wahre Perlen zu bieten und die gezielte Einkaufs-Fahrt wird zum inspirierenden Ausflug – man muss nur wissen wohin!

111geschaefteDas Zimt & Zucker ist so ein Ort, an dem man einfach nur sitzen, sich erholen und inspirieren lassen kann, vegane Kuchen und Torten genießen und aus Jean Ravels neuestem, handverlesenem Waren-Fundus ein neues Lieblingsstück mit nach Hause nehmen kann. Weshalb dieses Kleinod in Gabriele Kalbachs neuem Einkaufsführer „111 Geschäfte in Stuttgart die man erlebt haben muss“ nicht zu finden ist, wundert mich zwar, trotzdem ist das Buch eine glücklichmachende Fundgrube an ausgesuchten Fachgeschäften, die Liebhaber-Herzen schneller schlagen lassen.

Nach Mailand, Rom, Berlin, Paris, New York, Wien und einigen anderen Ausgaben der Buch-Reihe „111 Geschäfte in…“, ist nun also Stuttgart dran und den Anfang macht – weil alphabetische Reihenfolge – der 0711 Store in der Rathauspassage, der Stuttgart und seiner Vorwahl nicht nur jede Menge Shirt-Motive sondern auch Taschen, Gürtelschließen, Schilder, Objekte, Bücher, Postkarten und zig andere Accessoires widmet. Lieblingsmotive sind selbstverständlich auch der Fernsehturm, das Stuttgarter Rössle oder ’s Äffle und ’s Pferdle. Neulich musste ich doch tatsächlich wieder zurück laufen, weil ich an meiner neuen Lieblingstasche – zum Glück – einfach nicht vorbei gekommen bin.

Auch im 1000schön gibts ein besonderes Sammelsurium – hier finden große und kleine Kinder Spielwaren und spielerische Produkte mit Witz und Köpfchen. Das Sortiment in der Alten Tabakstube richtet sich dagegen eindeutig an Kunden über 18: neben 30 eigenen Tabakmischungen, mehr als 800 Spirituosen und über 700 Zigarren steht ein exquisites Gin-Angebot zur Auswahl.

Annas Kaufladencafé ist eher ein Neuzugang und serviert ähnlich wie das Zimt & Zucker zur alternativen Karte ausgefallenes Design in kleinen Auflagen, darunter Ohrringe, Haarschmuck, Washi-Tape sowie Taschen und Täschchen. Ein schmuckes Stuttgarter Urgestein ist Artani, ein edler Shop für Modeschmuck und Craft-Unikate, auch der Blumenladen in der Olgastraße, der Blutsgeschwister-Flagshipstore, Di Gennaro in der Markthalle, Klaibers Café, Merz & Benzing, Ratzer Records, WauMiau, der Drumpoint Stuttgart, die Boutique Kallas oder Fröhlichs Kaffeerösterei sind Kessel-Unikat, die unschließbaren Lücken hinterlassen, sollten sie eines Tages nicht mehr da sein.

Ihnen allen ist eine schön aufgemachte Doppelseite mit leidenschaftlichen Texten und sehr schönen Fotos gewidmet, die gemeinsam das besondere Flair dieser Geschäfte einfängt und das einzigartige Angebot vermittelt – wenn ich das Foto von Meike Lehmanns Papierregal in ihrer Buchbinderei sehe, könnte ich permanent seufzen vor Glück. Adressen, Telefonnummern, Öffnungszeiten und Besonderheiten stehen natürlich auch gleich dabei.

Ja, ich liebe Spezialisten, die sich einer einzigen Sache verschrieben haben und einfach nicht aufgeben, auch wenn die Zeiten härter und die Mode grade eine andere ist. Da macht es auch nichts, dass ich nicht Skateboard fahre und deshalb nicht bei BIKESnBOARDS einkaufe oder dass ich kein Saxophon aus Josef Distlers Instrumentenhandlung brauche – es reicht, dass es sie gibt und dass sie die Stadt mit ihrer Erfahrung bereichern und mit ihrem Angebot charmanter machen als wenn wir nur standardisierte Shoppingmeilen hätten.

The English-Tearoom ist ebenfalls so ein Hach-Mach-Laden und wo wir grade bei Charme sind: die beiden Inhaber Lynn und Christian Hazelwood haben ein Riesen-Kännchen davon abgekommen!

Und dann sind da noch die richtigen Exoten, die es früher in Stuttgart außerhalb des Leonhardsviertels vermutlich „net gäbba hätt“, zum Beispiel die Blums mit ihrer äußerst schicken und vor allem wirklich einzigartigen Boutique Érotique in der es nicht nur hochwertig Lustvolles gibt, sondern hin und wieder auch prickelnde Lesungen, Burlesque-Shows oder spannende Abende zu zeitlos interessanten Frauenthemen. Hat hoffentlich bald weniger Exotenstatus: die „Kichererbse“ in der Möhringer Straße, der erste rein vegane Laden der Stadt.

Die ganzen wunderbaren Möbelmanufakturen, die Hutmacher, Antiquitäten- und Feinkostläden in süß und rezent oder die Kreativen vom Feinwerk und Vogelsangatelier hab ich jetzt noch gar nicht erwähnt – aber die könnt Ihr ja selbst besuchen. Entweder vor Ort oder Ihr schwelgt einfach mal in Gabriele Kalmbachs ungewöhnlichem Shopping-Guide – besser für den Geldbeutel ist das auf alle Fälle, Auge und Herz haben trotzdem was von den Einkaufsträumen der Zukunft…

Verratet mir Euren Lieblingsladen in Stuttgart und gewinnt eins von zwei Buchexemplaren!

Gabriele Kalmbach „111 Geschäfte in Stuttgart die man erlebt haben muss“, 240 Seiten, broschiert, 14 Euro 95, emons:

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