fast wie im richtigen leben: liebe, lügen, lampenfieber – komödie im marquardt

Eine Liebeserklärung ans Theater: „Liebe, Lügen, Lampenfieber“ in der Komödie im Marquardt

LLL_2Star-Allüren und Intrigen oder Wenn Schauspieler ihren Beruf auf die Spitze treiben: Josiane Balaskos Komödie „Liebe, Lügen, Lampenfieber“ zerrt die liebenswerten und auch die weniger netten Profilneurosen des Theaterbetriebs ins Rampenlicht – schon vor der Premiere sorgte das Stück beim einen oder anderen Darsteller für Déjà-Vus.

Ehemaliges Schauspieler- und Liebespaar trifft unfreiwilligerweise auf der Bühne aufeinander und zerlegt das Stück – so lässt sich Balaskos moderner Komödien-Klassiker in einem Satz zusammen fassen. Doch von wegen nur Theater: „Genau so sind Schauspieler teilweise wirklich“ sagt Markus Majowski über den realitätsnahen Plot – der bekannte Film- und Theaterschauspieler spielt in der Komödie im Marquardt den harmoniesüchtigen, hypochondrischen Regisseur, der von einem gerissenen Manager, dem eitlen Protagonisten und einer alternden Diva an den Rand eines Nervenzusammenbruchs gebracht wird. Auch die Techniker und Bühnenarbeiter geben im Stück ihr Bestes, um dem geplagten Regisseur Knüppel zwischen die Beine zu werfen.

In echt“ inszeniert Manfred Langner das Vier-Personen-Stück – leichtfüßig und mit einem Augenzwinkern. Auch in der Stuttgarter Fassung gibt’s aktuelle Seitenhiebe, die sich prima ins Stück einbauen lassen: so ist neben dem eigentlichen Drama das sich auf der Bühne abspielt zum Beispiel die Feinstaubbelastung in der Landeshauptstadt ein Thema.

Für diese Komödie hat die französische Autorin, Schauspielerin und Regisseurin Josiane Balasko einige Wochen lang den Probenalltag im Theater unter die Lupe genommen und eine Liebeserklärung an ihren Beruf geschrieben. Gleichzeitig wird „Liebe, Lügen, Lampenfieber“ fürs Publikum zu einem Blick hinter die Theaterkulissen: Die facettenreichen, schauspielertypischen Attitüden die Balasko so treffend beobachtet und aufgeschrieben hat, sind Majowski tatsächlich nicht fremd. „Ich finde es manchmal fast ein bisschen indiskret, was das Publikum in diesem Stück so alles mitbekommt“, sagt der Schauspieler, Regisseur und Buchautor und lacht.

Für die Schauspieler bietet Josiane Balaskos wortwitziges Drama im Grunde vier Paraderollen, die von Manfred Langner klug besetzt wurden: Auch wenn Markus Majowski immer öfter ins ernste Fach wechselt, ist er als Komödiant deutschlandweit einer der Besten. Die meisten Zuschauer kennen ihn aus der Sat.1-Comedy-WG „Die Dreisten Drei“, eine Sketchcomedy-Serie die viermal in Folge für den Deutschen Comedy Preis nominiert wurde. Markus Majowski erhielt die Auszeichnung schließlich 2005 für seinen „Cookie“ in Otto Waalkes Kinofilm „Sieben Zwerge – Männer allein im Wald“.

Und er kennt die Überschneidungen zwischen Berufs- und Privatleben aus eigener Erfahrung: „Ich habe schon mal mit einer Kollegin mit der ich auch privat liiert war in einem Stück gespielt und weiß, dass diese Konstellation die Arbeit durchaus beeinflussen kann – wenn zwei Schauspieler bei der Arbeit zu viel schmusen, kann im Stück schon mal die Spannung wegrutschen.“

Bei sich selbst muss er dieses Mal nicht auf die Spannung achten: das abgehalfterte Schauspielerpaar, das innerhalb weniger Minuten die Dramaturgie an sich reißt und im Lauf des Stückes einen erneuten Honeymoon erlebt, wird von Ulrike und Jürgen Mai gespielt. Beide sind auch im realen Leben verheiratet und führen Regie, kennen den Schauspielbetrieb also von vielen Seiten. Dass sie auch „komisch“ können bewies Jürgen Mai zehn Jahre lang als Intendant, Regisseur und Schauspieler der Comödie Dresden war, wo Ulrike Mai immer noch regelmäßig auftritt.

Der vierte im Bunde: Axel Weidemann – er spielt den gerissenen Agenten Sylvestre, der im Hintergrund die Strippen zieht. Weidemann spielte ebenfalls an der Comödie Dresden, bei den Schlossfestspielen Ettlingen, am Schauspielhaus Hamburg, er stand für RTL, Sat1 und den SWR vor der Kamera und war in Stuttgart am Renitenztheater, im Apollo-Theater und in mehreren Produktionen der Schauspielbühnen zu sehen. Bis 15. Mai 2016. Termine und weitere Infos auf www.schauspielbuehnen.de

 

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