die töchter von rosengarten

rosengartenLiebe, Krieg und dramatische persönliche Schicksale: Gudrun Maria Krickls neues Buch „Die Töchter von Rosengarten“ hat alles, was ein packender Roman braucht. Und es ist ein guter Roman. Das liegt nicht nur an den üppigen Bildern, mit denen die Autorin ihre Geschichte erzählt, sondern auch an fundiert-historischen Ereignissen, entlang derer sich die Protagonisten bewegen.

Nach den Erfolgen von Iny Lorentz „explodierte“ das Genre „Historischer Roman“ geradezu. Und während meine Mutter mit mehr oder weniger Vergnügen so ziemlich jede Neuerscheinung dieser Sparte verschlingt, hatte ich nach einer Handvoll Bücher keine richtige Lust mehr – zu oft wiederholten sich die Motive auf ähnliche Weise und nicht selten mit wenig sprachlichem Niveau.

Um so erfreulicher finde ich historische Romane aus dem Silberburg-Verlag: sie erscheinen nicht inflationär sondern mit ausgesuchten Sujets, bearbeitet von leidenschaftlichen und zugleich gründlichen Autoren und sie spielen meist an Orten, durch die ich wenigstens mal durchgefahren bin. Allerdings eben einige Jahr(hundert)e früher. Diese regionalen Zeitreisen abseits von trockenem Geschichtsstudium machen einfach Spaß!

Vor allem wenn sie so lebendig geschildert werden wie die Geschichte der beiden Schwestern Marie und Ebba, die im Dreißigjährigen Krieg ihren elterlichen Hof in Rosengarten bei Hall verlassen müssen und in Straßburg eine neue Heimat finden.

Nicht nur die Truppenbewegungen, aristokratischen Winkelzüge, Schlachten und verheerenden Auswirkungen des „Teutschen Krieges“ sind eine schicksalhafte Konstante der Geschichte, sondern auch die große Liebe.

Beide Kräfte bewegen Menschen seit je her an bisher unbekannte Orte und in neue Verhältnisse, zumal im 17. Jahrhundert, in dem die wenigsten Menschen frei über ihr Leben verfügen können. So verliebt sich Marie zwar in Janek, der eines Tages schwer verletzt auf den Hof kommt, doch nachdem sie ihn gesund gepflegt hat, folgt der Regimentsführer wieder den Spuren des Krieges – wird sie ihn je wieder sehen?

Auf gut recherchierten Grundlagen und vor dramatischer Kulisse entwirft Gudrun Maria Krickl die anrührende Biographie einer jungen Frau, die – obwohl fiktiv – in ihren Eckdaten sehr wahrscheinlich exemplarisch für viele Lebensläufe ihrer Zeit steht und weitaus enger mit Ereignissen „großer“ Politik verwoben ist, als viele Menschen das heute für sich empfinden.

Ein fein choreographierter Roman mit liebenswerten Hauptfiguren, die perfekt ins zeitliche Umfeld eingebettet sind. Ein Buch, das sicher auch außerhalb Baden-Württembergs begeisterte Leser finden wird.

Gudrun Maria Krickl „Die Töchter von Rosengarten“, 400 Seiten, broschiert, 14 Euro 90, Silberburg-Verlag

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