faszination bergwiesen

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Endlich Sommer – zwar sind die Monate zwischen Juni und August nicht der beste Zeitpunkt zum Wandern, doch wunderbar blühende Bergwiesen haben jetzt Hochsaison: pinkfarbene Lichtnelken, tiefblauer Wiesensalbei, fluffig-weißes Wollgras, sattgelber Hahnenfuß, Margriten, Arnika, Enzian und Heidelbeersträucher vor Felszacken, Berggipfeln und Aussichten auf Seen und Seitentäler gehören für mich zu den schönsten Kulissen, die die Bergwelt bietet.

Deshalb ist mir der Bildband „Faszination BergWiesen“ auch so ans Herz gewachsen: nach „Faszination BergWasser“ und „Faszination BergWälder“ haben der Natur- und Reisefotograf Roland Gerth und Emil Zopfi – Alpinist und Schriftsteller – den Wiesen, Matten und Hochmooren der Schweizer Alpen ihre ganze Aufmerksamkeit gewidmet.

Der großformatige Fotoband im Querformat zeigt die schönsten Wiesenkulissen zwischen Genf und St. Moritz, zwischen Basel und Lugano. Ein Meer von Wiesenbocksklee untermalt die südöstlichen Ausläufer der Säntis, Feuerlilien setzen knallorangene Blickpunkte auf dem Malanser Älpli, streng geschützter Frauenschuh gedeiht im Maderanertal, Weidenröschen begleiten den Weg zu den Gletschern der Berninagruppe und ein einsamer Blauer Eisenhut konkurriert mit dem Panorama von Eiger, Mönch und Jungfrau. Und überhaupt: was wären die Berge ohne das berühmte Edelweiß?

Viele der blühenden Schönheiten gelten seit Jahrhunderten als Nahrung, Heilkraut und Medizin, zum Beispiel die Schafgarbe, der Salbei, gelber Enzian, die Alpen-Mutterwurz, Wiesen-Bocksbart, Klee oder Pimpernellen. Sie inspirieren Sänger und Dichter und doch gebe es sie alle nicht in dieser Vielfalt, hätten Bergbauern nicht Teile bewaldeter Berghänge gerodet, um Kühe, Schafe und Ziegen weiden zu lassen.

Bergwiesen sind menschengemachte Kulturlandschaften, die gepflegt werden wollen – zum einen sollen sie nicht verwalden, zum anderen muss darauf geachtet werden, dass Kuhhufe und gefräsige Schafe keine allzu großen Schäden anrichten.

Doch die Alpwirtschaft erscheint den Meisten derzeit wenig attraktiv – viele Bauern wandern ab, Alphütten zerfallen, Weisen und Wiesen überwuchern, Lawinen und Erdrutsche nagen zudem an diesen wertvollen Kulturlandschaften.

Um den artenreichen Mikrokosmos Bergwiesen zu erhalten, entstehen an vielen Orten Naturparks und Initiativen zum Schutz dieser bedrohten Lebensräume für Pflanzen, Schmetterlinge, Bienen, Heuschrecken & Co.

Den beiden Naturfreunden Gerth und Zopfi liegt der Erhalt der Bergwiesen ebenfalls am Herzen – wahrscheinlich ist der Bildband auch deshalb so besonders schön geworden!

Roland Gerth, Emil Zopfi „Faszination BergWiesen. Die schönsten Wiesenlandschaften der Schweiz“, in Zusammenarbeit mit pro natura, 128 Seiten, Hardcover, 39 Euro 90, AS Verlag

 

 

 

 

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