free your food – vegan essen ohne soja

Free-your-Food-Larissa-Haesler.19259Vom „Konstanzer Gemüsegarten“ im vorigen Post ist es nur ein kleiner Sprung zum heutigen Buchtipp: „Free Your Food – Clean Eating“. Ich gebs zu: vom Titel war ich angezogen und befremdet zugleich. Vom Buch selbst bin ich mittlerweile begeistert: Ernährungswissenschaftlerin Larissa Häsler stellt nämlich 80 köstliche Rezepte vor, die ganz ohne tierische Produkte, raffiniertem Zucker,  industriell verarbeiteten Zutaten oder Sojaprodukte auskommen.

Damit geht die junge Veganerin noch einen Schritt weiter als viele ihrer veganen „Kollegen“, die ganz selbstverständlich auf Tofu & Co. ausweichen. Mir schmecken Sojaprodukte – von Sojadrinks über Sojadesserts bis zum Bratling mit Tofu hab ich sie gerne und reichlich konsumiert. Allerdings nach einer Weile auch bemerkt, dass mein Magen sie nur schwer verdauen konnte.

Deshalb bin ich froh, nach und nach Alternativen gefunden zu haben und dabei sind Rezepte und Tipps wie die in „Free Your Food“ wirklich hilfreich.

Über die Vorteile und den Geschmacksreichtum von veganer Ernährung ist in den vergangenen Jahren viel gesagt worden, deshalb beschränkt sich Larissa Häsler auf die Basics. Wer sich schon ein kleines bisschen mit dem Thema beschäftigt hat, wird eh wissen, dass vegane Ernährung nicht gleichzusetzen ist mit zwanghaftem Verzicht und jeden Tag Salat und Möhren.

Im Gegenteil: die Natur liefert eine derartige Vielfalt an gesunden, leckeren und schon immer veganen Lebensmitteln, dass es einfach Spaß macht, sie in immer neuen Kombinationen und Zubereitungen auf den Teller zu bringen. Idealerweise kommen Zucchini, Rote Beete & Co. ohne Zusatzstoffe aus und enthalten in Bioqualität auch deutlich weniger Gifte als konventionell angebautes Obst und Gemüse.

Dass Kondensstreifen, Autoabgase und so manch andere Zivilisationserscheinung vor Biofeldern halt machen, halte ich für eine Illusion. Aber ökologisch Erzeugtes besitzt die nötige eigene Reinigungskraft, um mit solchen Belastungen fertig zu werden.

Aber zurück zum Buch: mehr als fünf Seiten braucht die Autorin nicht um zu erklären, warum sie keine Sojaprodukte verwendet. Nur soviel: nicht jeder verträgt sie und die Anbaumethoden und ihre Begleiterscheinungen sind mittlerweile in vielen Fällen mehr als fragwürdig.

Statt dessen wachsen Hülsenfrüchte sprichwörtlich in Hülle und Fülle, versorgen uns Fleischverzichtler mit Proteinen, sie sind lange lagerfähig, lassen sich vielseitig kombinieren und schmecken einfach toll.

Natürlich gehören auch Hülsenfrüchte nicht zur Kategorie „besonders leicht verdaulich“, aber kleiner Tipp von Larissa: Einweichen, eine Prise Natron ins Kochwasser und passende Gewürze machen Bohnen, Linsen und Kichererbsen sehr viel bekömmlicher als ohne. Angeblich passt sich bei regelmäßigem Verzehr auch die Darmflora an die an.

Es folgen ein paar Worte zu Fetten, Kohlehydraten, Proteinen und Superfoods, Grünen Smoothies, zu Rohkost und gesundem Lifestyle an sich und schon gehts in die Küche. Ach ja, eine übersichtliche Tabelle zeigt, welche Rezepte komplett rohköstlich, gluten- und/oder nussfrei gehalten sind.

Frisch, bunt, kreativ und mit phantasievollen Namen – so präsentieren sich Larissa Häslers Kochkünste und Gerichte und wer sich darauf einlässt, wird mit neuen Geschmackserlebnissen belohnt. Einige Zubreitungen sind mir etwas zu exotisch, aber bei den Frühstücks-Ideen verdient das Fünf-Minuten-Frühstück Little Miss Sundshine – Minze und Zitrone treffen Pfirsich, Maracuja und Bananen – seinen Namen zu Recht.

Die Zebracreme sieht nach einem Traum aus Himbeere und Mango aus, die steht auf jeden Fall auf der ToDo-Liste, ebenso das Morgenmuffel-Müsli und der Schoko-Orangen-Grießbrei Lady in Black.

Ein Kapitel ist Smoothies und leckeren Drinks gewidmet, ein weiteres beschäftigt sich mit Snacks, Suppen und Salaten, darunter schnelle Leinsamenbaguettes mit Dinkelmehl, rohe Chinarollen mit minzig-scharfem Dip und die bewährte Kürbissuppe bekommt dieses Mal Gesellschaft von Brokkoli und/oder Kichererbsen, je nach Gusto.

Als Salatfan freue ich mich natürlich über den Quinoa-Powersalat mit Sprossen, bei den Hauptgerichten verführen mich die Bulgur-Bällchen nach griechischer Art. Meine absolute Lieblingsspezialität ist das Ofengemüse mit Knoblauchtunke – es erfordert wenig Vorbereitung, dampft sich im Backofen gar und schmeckt einfach umwerfend. Statt der vorgestellten Variante kommen bei mir zu den Kartoffeln auch Kürbis, Gurke und Tomate aufs Backblech und beim Topping darf ebenfalls experimentiert werden.

Was ich unbedingt probieren muss sind die Sobanudeln – weil aus Buchweizen hergestellt -mit Tomaten-Pestosoße und bei den Süßspeisen die Green-Smoothie-Icecream und die Kürbis-Cantuccini (Ihr merkt schon… 😉

Ich finde Free Your Food ist eine erfrischend-leichte Inspiration für die gesunde Küche, da vermisse ich wirklich keine Fertigpizza, Sojawürstchen oder Pulverpudding.

Lust aufs Nachkochen bekommen? Hier die Infos zum Buch:

Larissa Häsler „Free Your Food – Clean Eating. Mit über 80 köstlich veganen, sojafreien Rezepten“, 240 Seiten, Integralband, 19 Euro 80, Unimedica im Narayana Verlag

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2 Gedanken zu “free your food – vegan essen ohne soja

  1. Ich finde, das Buch klingt richtig toll. Mir war beim Blättern in einem Vegan-Kochbuch auch aufgefallen, dass bei jedem Rezept Produkte aus Ländern rund um die Welt benötigt wurden. Vor allem natürlich Soja und irgendwas aus Japan, was ich schon wieder vergessen habe. Für mich durchaus auch ein Grund, vegane Ernährungsweise auszuschließen.

    1. hallo tintenelfe,

      das buch macht wirklich spaß und ist eines der motivierendsten das ich in der küche habe. wenn du allerdings regionale produkte ins spiel bringst, ist auch hier noch platz nach oben 😉 es werden schon einige exotische früchte und superfoods verarbeitet, für dich ich mich tatsächlich in der nächsten zeit nach heimischem ersatz umschaue. dir weiterhin viel spaß beim ausprobieren und genießen 🙂

      nicole

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