meine pflanzenmanufaktur

pflanzenmanufaktur„Wir können nicht zurück in die Steinzeit“ hör ich oft, wenn es um eine natürliche, nachhaltige Lebensweise geht. Davon abgesehen, dass sich viele Menschen neuerdings ganz bewusst ernähren wie Neandertaler – Paleo nennt sich die „neue“ Bewegung -, stellt uns die Natur auch heute noch alles zur Verfügung, was wir für ein gutes Leben brauchen:

Pflanzen sind nicht nur hervorragende Heiler sondern liefern unsere Lebensmittel sowie Material für zahlreiche Produkte, die wir oft ohne nachzudenken im Laden kaufen. Wer Lust auf ein kleines Experiment hat, kann mit Ursula Stumpfs neuem Buch „Meine Pflanzenmanufaktur“ alte Traditionen und die eigene Schöpferwelt (wieder-)entdecken.

Ob Körbe aus Grashalmen, Schneebesen aus Tannenspitzen, Farben aus Blüten oder pflanzliche Zahnpflege – alle Zutaten stammen aus der Natur und sind direkt vor der Haustür oder im eigenen Garten zu finden.

Während Naturkosmetik und Phytotherapie längst wieder in der Mitte unserer Gesellschaft angekommen sind und kein Kunsthandwerkermarkt ohne selbst genähte Duftkissen auskommt, fragen sich manche vielleicht ernsthaft: „Warum ein Seil aus Brennesselfasern fertigen oder Kaffe aus Zichorie herstellen?“

Es gibt viele gute Gründe: zum einen macht es einfach Spaß zu erleben, was man alles mit den eigenen Händen schaffen kann. Ganz nebenbei rückt der Wert vieler Produkte wieder ins Bewusstsein, wenn klar wird, welch wertvolle Rohstoffe verwendet werden und wie groß der Energieeinsatz ist.

Eine Teemischung ist zwar schnell gemacht, aber das Sammeln der Zutaten erfodert doch einiges an Sorgfalt, Ausdauer und meistens auch etwas Erfahrung. Dafür ist der Genuss von Tee aus Eigenanbau oder Wildsammlung einfach unbeschreiblich.

Auch selbst hergestellter Essig, selbst gefärbte Kleidung, Deos ohne giftige Zusatzstoffe, Salben und Tinkturen aus Frischpflanzen und Haushaltsgegenstände aus Naturmaterialien haben einen Mehrwert, der nicht mit Geld beziffert werden kann:

es ist die Freude an der Kreativität, an der Individualität, an der Entschleunigung, am Erfahrungszuwachs und Lernprozess und nicht zuletzt am Einfachen, Ursprünglichen, das einen ganz eigenen Charme besitzt und immer wieder aufs Neue bezaubert.

Außerdem ist es ein beruhigendes Gefühl, genau zu wissen, was in den eigenen Produkten steckt – auch wenn natürlich keine analytischen Rückstandskontrollen möglich sind. Nicht zuletzt wächst das Selbstvertrauem auf wundersame Art mit steigendem Wissen über Selbstversorgungs-Möglichkeiten.

Vor allem aber fördert die eigene Pflanzenmanufaktur den achtsamen Umgang mit der Natur – ein dringend notwendiges Gut, das es nirgendwo und für kein Geld der Welt zu kaufen gibt.

Nach einer kleinen Einführung über Pflanzen als Kulturbringer, stellt die Autorin in diesem ungewöhnlichen Buch vielfältige Anleitungen und Rezepte zusammen, die Lust aufs Ausprobieren machen: am Anfang steht bewährtes und vielseitiges Handwerk wie Flechten oder die Seilerei, im nächsten Kapitel dreht sich alles um Farben aus Blüten, Blättern, Früchten und Wurzeln.

Mit vielen Fotos von Susanne Allgaier erklärt Dr. Ursula Stumpf, Techniken und Herstellungsweisen. An der einen oder anderen Stelle habe ich mir ein paar mehr Details gewünscht, ein bisschen probieren und experimentieren schadet allerdings nichts, im Gegenteil.

Dann gehts zum Ernten, Verarbeiten und Konservieren – ein Bereich, der vielen Lesern wahrscheinlich am vertrautesten ist -, gefolgt von Rezepten für selbst gemachte Naturkosmetik und für Erste Hilfe aus der Natur.

Ein Portrait-Teil stellt 50 heimische Pflanzen mit allen Besonderheiten vor und im letzten Kapitel werden die acht Jahreskreisfeste wie beispielsweise Sommer- und Wintersonnwende mit sinnlichen Ritualen zelebriert.

Ich habe meine eigene Pflanzenmanufaktur bereits eröffnet und freue mich jeden Tag über meine selbst gemachte Gesichtspflege, die meine Haut sichtbar straffer und gepflegter aussehen lässt.

Morgen koche ich meine Tropf- und Pipetten-Fläschchen aus, um meine angesetzten Tinkturen abzufüllen und ich bin schon gespannt, auf was ich als nächstes Lust bekomme – Apfelessig machen oder ein schönes Tuch mit Holunderbeeren färben, steht jedenfalls ganz oben auf der Wunschliste.

Ursula Stumpf „Meine Pflanzenmanufaktur“, 192 Seiten mit vielen Fotos und Abbildungen, laminierter Pappband, 25 Euro, Kosmos Verlag

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