sommerflucht

U_Conrad_Sommerflucht_06.inddNein – der Titel ist kein Versehen: Katharina Condrads neuer Roman „Sommerflucht“ erschien saisonal korrekt, ich bin nur schändlich im Verzug mit der Besprechung…aber mal ehrlich: so schön die Winterlandschaft gerade ist – ab und zu ein bisschen in sommerliche Tagträume zu flüchten ist doch auch ganz nett, oder?

Für Protagonistin Sabina jedenfalls schien die Flucht auf die Schwäbische Alb die einzige Möglichkeit, ihre Magisterarbeit zu Ende zu bringen und sich vor ihrem stalkenden Exfreund zu retten – der machte ihr nämlich seit der Trennung das Leben zur Hölle.

Nailingen – ein gottverlassenes Kaff würden viele überzeugte Städter sagen – ist der perfekte Ort für dieses Vorhaben: allein sein, die Sonne genießen, zur Ruhe kommen und ein bisschen fürs Studium arbeiten, das war Sabinas Plan.

Der geneigte Leser ahnt es bereits: das wird bestimmt nichts! Zum einen ist das fiktive Nailingen überhaupt nicht gottverlassen sondern ein entzückendes Fleckchen Erde mit liebenswerten Bewohnern – vor allem zu ihrer Vermieterin, der alten Bäuerin Emilia, knüpft Sabina bald engere Bande als sie sich vorstellen konnte.

Und dann ist da noch ihr Nebenjob im Café, für den sie sowieso immer wieder in die Stadt zurück fährt – von Landkoller kann wirklich nicht die Rede sein! Und während wir Leser nicht nur Sabina sondern auch Emilias denkwürdige Lebensgeschichte näher kennen lernen, gibt es noch eine Überraschung: Christian.

Er ist eigentlich Stammgast in Sabinas Nebenjob-Café, doch eines Tages trifft ihn Sabina mitten in der Provinz-Idylle – Christian wohnt im Nachbardorf, wo er in der Gärtnerei seiner Schwester aushilft. Und das ist nicht das Einzige, das Sabina bald über ihn erfährt…

„Sommerflucht“ ist ein Roman ein sonniger Roman für alle Generationen und hat alles, was man fürs Wochenend-Lesevergnügen braucht: große Gefühle, Spannung, gut dosierter Tiefgang und unerwartete Wendungen mit entsprechend kurvenreichem Happy End.

Katharina Conrad „Sommerflucht“, 288 Seiten, broschiert, 12 Euro 90, Silberburg-Verlag

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