lindner und das schwarze schaf

U_Seibold_LindnerSchwarzesSchaf_02.inddDie Schwäbische Alb ist nicht gerade als liebliche Landschaft bekannt – ihr Klima ist nicht nur im Herbst und Winter eher kühl und ihre Vegetation eher karg. Auch Jürgen Seibolds Kommissar Lindner lernt am Albtrauf mehr als raue Natur kennen…

In Seibolds neuem Baden-Württemberg Krimi ermittelt Lindner in einem außerordentlich grausigen Fall: Schäfer Ernst Meißner wird mitsamt seinen Hunden tot vor seinem Schäferkarren gefunden und alles deutet darauf hin, dass sie Opfer eines Wolfsrudels geworden sind. Gefunden wurde der Verblichene ausgerechnet von seinem Sohn Jo. Doch waren es wirklich Wölfe?

Obwohl Stefan Lindner Urlaub hat und eine Wanderwoche mit seiner Kollegin und Partnerin Maria geplant war, muss der Ermittler ran: SOKO-Leiter Roeder ist selbst dem LKA-ler Theo Kollack zu ruppig und dieser Fall erfordert Fingerspitzengefühl – dem Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz ist sehr daran gelegen, dass der Fall keine hohen Wellen schlägt, immerhin begrüßen selbst im Ministerium viele die Rückkehr des Wolfes auf die Schwäbische Alb.

Lindner mit seiner zuverlässigen, ausgeglichen-zurückhaltenden Art scheint in dieser heiklen Mission der richtige Mann! Nach anfänglichem Protest sagt der Kommissar zu – längst hat er heimlich Fährte aufgenommen, bereits am ersten Wandertag einen Muskelkater eingefangen und im Grunde nur Angst vor Marias Reaktion, wenn er ihr mitteilt, dass aus der gemeinsamen Wanderwoche nichts wird! Die ist tatsächlich ziemlich sauer und geht kurzerhand mit der Schwiegermutter auf Wanderschaft…

Auch Stefan Lindner verliert keine Zeit: statt sich in unnötige Hahnenkämpfe mit Roeder und seinem ehrgeizigen Wadenbeißer Miller aufzuhalten, geht er auf Spurensuche…

Die Zweifel an der Wolfstheorie verdichten sich – tatsächlich stoßen hinzugezogene Wolfsexperten und die Rechtsmedizin auf völlig unerklärliche Spuren. Auch die DNA-Analyse ergibt keine eindeutigen Ergebnisse. Ein übereifriger Bürger und ein sensationsgieriger Klatschreporter sowie die Tatsache, dass der tote Schäfer ein recht verhasster Zeitgenosse war, der selbst mit seinem Sohn ständig Händel hatte,  machen die Sache nicht gerade einfacher!

Um so erstaunlicher, dass Meißners Ruf als Weiberer wie Donner durchs Gäu hallt – so kommt bereits jeder gehörnte Ehemann unter Generalverdacht. Auch die Fraktion der Naturschützer geht auf die Barrikaden und die Tierliebhaber zeigen sich nicht von ihrer besten Seite. Lindner hat wirklich alle Hände voll zu tun, die Wogen zu glätten.

Gleichzeitig ermittelt er in alle Richtungen – vor allem der Sohn des Toten wird immer rätselhafter. Wie überhaupt der ganze Fall: wen besuchte Meißner vor seinem Tod im Seniorenheim? Was weiß der pensionierte Tierarzt? Ganz nebenbei stöbern auch die beiden „Wanderschwestern“ auf ihren Touren rund um den Kornberg erstaunliche Informationen auf…

Wer der Wolf (im Schafspelz?) war, müsst Ihr natürlich selber rausfinden! Nur soviel sei verraten: „Lindner und das schwarze Schaf“ ist ein fesselnder, vielschichtiger, unterhaltsamer Baden-Württemberg-Krimi mit einem spannenden Thema!

Jürgen Seibold „Lindner und das schwarze Schaf“, 288 Seiten, broschiert, 9 Euro 90, Silberburg-Verlag

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