essbare wildpflanzen – bestimmen, sammeln, zubereiten

cover-neu-12-wp-2017-1004x6Stellt Euch einfach mal vor: morgen haben – aus welchem Grund auch immer – sämtliche Supermärkte geschlossen. Und übermorgen auch. So richtig klar ist nicht, wann sie wieder öffnen und Eure Vorräte gehen zur Neige…Sind wir nicht gewohnt, stimmt, ist aber möglich. Was essen wir dann? Zum Beispiel Wildkräuter!

Wer Brennessel, Giersch und Gänseblümchen schon auf dem Speisezettel hat, wird nicht erst auf einen möglichen Tag X warten, sondern die leckeren Grünlinge regelmäßig mit Lust und Freude auf der nächsten Streuobstwiese, am Waldrand oder im eigenen Garten sammeln. Denn außer Notration für alle Fälle oder Superfoods für schmale Geldbeutel, sind Wildkräuter auch gute Lieferanten für gesunde Pflanzenstoffe, Vitamine und Spurenelemente.

Brennesseln zum Beispiel versorgen den Körper mit einer großen Portion Kalzium und Provitamin A, Giersch bringt jede Menge Eiweiß mit und ist reich an Kalium. In seinem Buch „Die 12 wichtigsten essbaren Wildpflanzen – bestimmen, sammeln und zubereiten“ stellt Dr. Markus Strauß oft unliebsames „Unkraut“ ins rechte Licht.

Während selbst gesammelter Bärlauch immer öfter den Weg ins Pesto-Glas findet, sind Breitwegerich und Gänsedistel als Küchenkraut noch eher unbekannt. Dabei steht gerade die gelbblühende Gänsedistel fast das ganze Jahr zur Verfügung und eignet sich für Salate, Aufläufe oder Gemüsegerichte. Sie besitzt ähnliche Inhaltsstoffe wie die verwandte Mariendistel und ist regelmäßig genossen eine Wohltat für die Leber.

Wer seinen Atemwegen etwas Gutes tun möchte, sammelt beispielsweise Knoblauchsrauke – sie hat ihren Namen nicht von ungefähr, denn ihre Blätter schmecken frisch verzehrt ganz eindeutig nach Knoblauch. Auch Vogelmiere, Löwenzahn, Gäsenblümchen, Weidenröschen, Wiesen-Klee und Labkraut bekommen ein eigenes Portrait in Straußens Buch, das neben Wuchs, Aussehen und Inhaltsstoffen jeweils Tipps zum Sammeln und Rezepte beinhaltet.

Die Rezepte kommen ohne Gramm-Angaben aus und sind vor allem als Anregung für eigene Kreationen gedacht. Ich esse Giersch und Knoblauchsrauke gleich frisch gezupft aus dem Garten, hin und wieder kommt eine Brennessel in den Apfelsmoothie. Allerdings sieht der Brennesselkuchen im Buch so lecker aus, dass ich demnächst nochmal die dicken Handschuhe anziehe und einen Bund der wehrhaften Nesseln reinhole – ich bin jetzt schon gespannt, wie sie als deftige Backzutat schmecken!

Übrigens: ganz nebenbei sind Wildkräuter eine gute Möglichkeit, zum Ursprünglichen zurück zu kehren, den unmittelbaren Zugang zur Natur zu finden. Selbst sammeln statt Vorgefertigtes konsumieren, draußen sein und Neues entdecken, macht Spaß und inspiriert. Dazu brauchts nur einen Korb oder Stoffbeutel, eventuell ein Messerchen und wer sich (noch) nicht sicher ist, nimmt beim nächsten Spaziergang einfach den handlichen Wildpflanzenführer von Markus Strauß mit.

So lassen sich auch leckere Vorräte anlegen: Wildpflanzen machen sich besonders lecker in Essig und Öl eingelegt, eingekocht oder fermentiert. Portionsweise getrocknet und gefrostet bereichern sie das ganze Jahr über die vielseitigsten Gerichte.

In Reihe „Natur & Genuss“ erscheinen übrigens weitere Bände: mit Köstlichem von Hecken und Sträuchern, von Waldbäumen, von Sumpf- und Wasserpflanzen sowie mit den „12 besten Beeren aus Wildsammlung und aus dem Garten“ kommt garantiert Abwechslung auf den Tisch!

Dr. Markus Strauß „Die 12 wichtigsten essbaren Wildpflanzen – bestimmen, sammeln und zubereiten“, 72 Seiten mit Farbfotos, Klappenbroschur, 9 Euro 80, Hädecke Verlag

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