wälder in baden-württemberg

3002_270x197_2038„Wenn man in den Wald eintritt, so ist es, als trete man in das Innere einer Seele“, sagte der Dichter Paul Claudel und für ihr Buch „Wälder in Baden-Württember“ betrat Fotografin und Waldbesitzerin Ulrike Klumpp viele Waldseelen im Ländle.

Der Schwarzwald charakterisiert ihre Heimat und auf ihrer Reise durch sechs weitere Wuchsgebiete entdeckte sie die vielfältige Schönheit baden-württembergischer Wälder – aber auch, wie sich Umwelt nicht zuletzt durch Eingriffe des Menschen verändert.

Auch Co-Autorin Gabriele Wicht-Lückge ist fest mit dem Wald verwurzelt. „Seit über 20 Jahren werden die meisten Wälder in Baden-Württemberg naturnah bewirtschaftet“, weiß die Forstwissenschaftlerin und Waldbauchefin von ForstBW.

„Der vorliegende Bildband zeigt, dass naturnah bewirtschafteter Wald fasziniert und dass die Produktion des begehrten und nachwachsenden Rohstoffes Holz mit hohen ökologischen Wertigkeiten zusammen gehen kann.“

Gemeinsam stellen die beiden Forstexpertinnen und Waldliebhaberinnen Waldschönheiten aus verschiedenen Gebieten vor. Großformatige Aufnahmen beleuchten Biotope unter dichten Waldkronen im Odenwald, in der nordbadischen Rheinebene, im Neckarland, im Schwarzwald und Baar-Wutach-Kreis, auf der Schwäbischen Alb sowie im Alpenvorland und Bodenseegebiet.

Mit von der Waldpartie war übrigens Sebastian Schreiber von ForstBW, der die Buchentstehung durch wichtige Impulse, Networking und begleitende Kommunikation möglich machte.

Jeder der genannten Landstriche hat seine besonderen Waldformen und gibt die Kapiteleinteilung des Bildbands vor: im Hochwasser des Rheins gedeihen Auenwälder, der Odenwald ist für seine „Mischsaat“ und seine Lärchenpopulation bekannt, die Weißtanne fühlt sich vor allem im Schwarzwald wohl und der Schönbuch im Neckarland ist Heimat von zahlreichen monumentalen Eichen-Naturdenkmalen.

Wegen seines kühl-feuchten Klimas gilt das Baar-Wutach-Gebiet als „Schwäbische Taiga“, hier dominieren Fichten, Tannen und Kiefern. Die Schwäbische Alb begeistert mit vielfältigen Buchenwäldern und Wachholderheiden, in Oberschwaben teilen sich die Bäume ihren Lebensraum mit charakteristischen Moorlandschaften und am Bodensee gedeihen strukturreiche Waldgebiete.

Zitate und kurze Infotexte begleiten die großartigen Aufnahmen der Waldlandschaften, Baumkronen- und Wipfelpanoramen, von Schneewäldern und vom besonderen Lebensraum Waldboden. Beim Durchblättern geht – zumindest mir – unwillkürlich das Herz auf, mit Spannung und Freude wird die nächste Seite erwartet.

Oder ums mit Kafka zu sagen (S. 186): „In den Wäldern sind Dinge, über die nachzudenken man jahrelang im Moos liegen könnte.“ Und weil die Wenigsten Zeit dazu haben, gibts dieses auffallend schöne Buch, das man immer wieder zum Genießen und Sinnieren in die Hand nehmen kann.

Urike Klumpp, Gabriele Wicht-Lückge „Wälder in Baden-Württemberg“, 192 Seiten mit 93 Farbfotos, Hardcover, 34 Euro 90, Silberburg-Verlag

 

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