der bodensee wimmelt

2875_800x599_2005 In der kalten Jahreszeit ist es auch am Bodensee ruhiger, doch kaum lassen sich warme Sonnenstrahlen blicken, wimmelt es an Uferpromenaden, in Altstadtgässchen und auf dem See selbst von Urlaubern, Ausflüglern und Wassersportler. Und beim Stichwort „wimmeln“ kommt ein neues Kinderbuch aus dem Silberburg-Verlag ins Spiel:

vor drei Jahren ließ der Verlag die beliebte Tradition der Wimmelbücher wieder aufleben. In der Erstausgabe wimmelte es natürlich in der Landeshauptstadt, Wimmelbücher aus der Wilhelma, vom Fernsehturm, aus Backnang, Heidelberg, vom Schwäbischen Wald, vom Schwarzwald und von der Schwäbischen Alb folgten.

„Der Bodensee wimmelt“ ist nun also die „südlichste“ und die sechste von Grafikerin Tina Krehan illustrierte Wimmelbuch-Ausgabe. Schon auf dem Titel gibt es viel zu entdecken: in Friedrichshafen fährt gerade der Katamaran ein, Kinder malen auf die Straße, essen Eis, fahren Rad und ein Kind macht gerade Seifenblasen, während ein anderes auf der Seifenlauge ausrutscht. Klar, dass der Zeppelin nicht fehlen darf – er schwebt mit Würde über der Gesamt-Szenerie.

Nächste Station: die Unteruhldinger Pfahlbauten. Hier wird ein Dach repariert, Vater und Sohn drehen eine Runde im Tretboot, jemand rettet mit dem Paddel einen Hut und am Ufer haben Sonnenanbeter und Badenixen ihren Spaß. Weiter gehts zur Insel Mainau. Und da siehts genau so aus, wie ichs ja immer befürchte und deshalb zuhause bleibe: es pilgern Massen über die selbstverständlich wunderschöne Blumen-Insel.

Kinder ziehts vor allem in den Streichelzoo und auf den Abenteuerspielplatz, die Inselbahn tuckert am Ufer entlang, ein Koch tischt leckeren Gugelhupf auf und jemand bessert die Abgrenzung am Baumbeet aus. Wie auf allen Seiten, lohnt es sich auch hier, genau hin zu schauen. Viele Details erkennt man erst auf den zweiten, dritten oder vierten Blick:

rechts unten fischt nämlich jemand eine Flaschenpost aus dem Wasser, links oben kauft jemand eine Postkarte und am ganz unteren Bildrand klettert jemand ziemlich weit auf einen Baum.

Tina Krehan kommt fast ganz ohne Text aus und trotzdem ist schnell klar, wo sich „Leser“ gerade befinden: in Meersburg zum Beispiel durch den Blick vom See aufs charakteristische Stadtpanorama, Überlingen kann nicht zuletzt durch die Therme gut verortet werden, die Insel Reichenau stellt sich mit Gewächshäusern und Campingplatz vor.

Bregenz ist weniger durch die Stadt, als durch seinen Alpenwildpark und die Pfänderbahn vertreten, glanzvoller Höhepunkt im Buch ist eine funkelnde Feuerwerk-Szene beim Konstanzer Seenachtsfest, in der sogar die SWR3-Bühne zu sehen ist. Die hintere Buchklappe ziert eine Luftansicht von Lindau vor Alpenkulisse.

Besonderen Spaß macht es, die dicken Kartonseiten mit kleinen Kindern umzublättern, aber auch Erwachsene werden ihren Spaß am Bodensee-Wimmelbuch haben. Vor allem, wenn sie ihre Lieblingsorte von ganz neuen Seiten sehen.

Tina Krehan „Der Bodensee wimmelt“, 16 Seiten mit ganzseitigen Farbillustrationen, Pappbilderbuch, 14 Euro 90, Silberburg-Verlag

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