regrow your veggies

Regrow-your-veggies_NjExNzY3Mg-250x355Bis wir im Garten das erste Gemüse ernten können, dauerts wohl noch eine Weile – wie wärs also mit ganzjähriger Ernte auf der Fensterbank? Regrowing heißt der Trend, der nicht nur für immergrünen Genuss, sondern auch für Nachhaltigkeit und Zero Waste steht. Statt Küchenabfall entsteht neues Leben und es gibt immer was Erntefrisches zu naschen, in den Salat oder als Beilage.

Wers noch nicht ausprobiert hat, erfährt von Melissa Raupach und Felix Lill wie’s geht: in ihrem Buch „Regrow your Veggies“ zeigen die beiden Natur- und Gemüseliebhaber, wie man Gemüsereste einfach endlos nachwachsen lassen kann und sie widmen mehr als 20 Sorten ein ausführliches Portrait.

Das Prinzip ist einfach: statt den Strunk von Meerettich, Zwiebeln, Sellerie & Co. in den Biomüll zu geben, kommt er einfach eine Weile in klares Wasser. Es dauert gar nicht lange, dann bilden sich neue Wurzeln und eine „neue“ Pflanze kann ins Blumentöpfchen.

Bei entsprechender Pflege treiben die „nachgezogenen“ Pflanzen aus und liefern knackige Salatblätter, duftende Kräuter und würzige Wurzeln. Selbst aus einer halben Kartoffel wird einige Monate später neue Knollenpracht.

Die meisten Gemüse- und Kräutersorten die wir kennen und lieben sind schon mit ausreichend Licht, Wasser und guter Erde zufrieden und wachsen gerne auf der Fensterbank. Wer Exotischeres bevorzugt, braucht etwas mehr Geduld und bei Ananas, Papaya und Mango bleibt im Normalfall mangels tropischem Klima die Ernte aus. Dafür treibt aus dem Fruchtrest eine hübsche Zimmerpflanze.

Der Regrow-Check im Gemüseportrait verrät, welche  Ansprüche die verschiedenen Regrow-Veggies haben. Basilikum, Kurkuma und Süßkartoffel wollens wärmer, die Rote Bete kommt als klassisches Wintergemüse prima mit kühleren Temperaturen zurecht. Und wir erfahren im Portrait außerdem, woher das Gemüse stammt, welche Besonderheiten es hat und für welche Gerichte es geeignet ist.

Am Ende des Buches geben die Autoren Pannenhilfe: was tun bei Blattläusen, Mehltau und Sonnenbrand? Und was läuft schief, wenn das Pflänzchen keine Wurzeln bildet? Und es gibt Literaturtipps zum Weiterlesen.

Ich werde beim nächsten Chinakohl und Romanasalat auf jeden Fall den Strunk regrowen. Und falls sie mal gar nicht nachwachsen wollen, geben sie noch einen tollen „Rosenstempel“ ab. Bei so viel „grüner“ Kreativität und Inspiration haben natürlich auch Kinder ihren Spaß!

Melissa Raupach | Felix Lill „Regrow Your Veggies. Gemüsereste endlos nachwachsen lassen“, 128 Seiten, 113 Farbfotos und 25 Farbzeichnungen, Broschur, 14 Euro 95, Ulmer Verlag

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