grün und smooth in ein gesünderes leben…

Simple-Green-Smoothies-Jen-Hansard-Jadah-Sellner.21272Trends kommen und gehen – und manche bleiben! Grüne Smoothies zum Beispiel: die gemüsig-fruchtigen Nährstoffbomben haben sich längst in vielen Küchen ihren festen Platz erobert. Kein Wunder: mehr als einen grünen Smoothie am Tag braucht es erstmal nicht, um voller Elan in denselbigen und in ein gesünderes Leben zu starten.

Das behaupten Jen Hansard und Jadah Sellner in ihrem neuen Buch „Simple Green Smoothies“. Und sie tun alles, um ihren Lesern den Einstieg so leicht und schmackhaft wie möglich zu machen. Wer bisher nicht so recht an die flüssige Portion Obst und Gemüse ranwollte, wird nach dieser Lektüre voll motiviert den Mixer anschmeißen!

Mich zumindest haben die beiden Smoothie-Enthusiastinnen voll erwischt, ich bin allerdings auch „vorgeprägt“: jeden Morgen rühre ich mir einen Löffel Gerstengraspulver in ein Glas Wasser und ich möchte wegen der tollen Wirkung nicht mehr darauf verzichten!

Im Garten rupfe ich gern mal einen Stengel Giersch aus und mampfe ihn vor Ort und ich kann nichts anderes sagen, als dass der Geschmack am Anfang ein klitzekleines bisschen gewöhnungsbedürftig und später herrlich vertraut ist. Ich fühle mich allerdings um einiges besser seit ich das mache! Doch keine Angst, in Jen Hansards und Jadah Sellners Rezepten kommt so weit ich gesehen habe, kein einziges Mal Giersch in den Mixer.

Statt dessen liefern sie jede Menge Tipps und Tricks rund ums Smoothie machen, erzählen von eigenen Erfolgsstories – die Flitterwochen-Jeans passt wieder, kaum mehr Erkältungen und Schlappheit und vieles mehr – und überreden mit Witz, tollen Fotos und charmantem Strahlen dazu, sich mit dieser einzigen gesunden Angewohnheit anzufreunden, die nicht nur super schmeckt sondern auch unglaubliche Effekte für Körper, Geist und Seele verspricht.

Was kommst zuerst in den Mixer, wo und wie lange kann ich meinen grünen Smoothie aufbewahren, welcher Mixer eignet sich, welche Gemüse- und Obstsorten passen besonders gut zusammen? Alles kein Problem mehr nach den ersten 31 Seiten!

Mit der ROHckstar-Smoothie-Formel – eine tolle, übersichtliche Zusammenstellung einiger Obst- und Gemüsesorten – gehen auch Anfänger auf Nummer sicher, dass die ersten Smoothie-Kreationen auch wirklich schmecken. Auch weiter hinten im Buch gibt es nochmal ein wirklich hilfreiche Tabelle, welche Früchte oder Gemüse durch genau so passende Sorte ersetzt werden können, zum Beispiel, wenn man eine Bananenallergie hat.

Für alle, die immer noch ein bisschen skeptisch sind, haben die Autorinnen einen Zehn-Tage-Kickstart zusammengestellt – zehn Rezepte, mit denen der Anfang so richtig schmackhaft wird! Oder klingt Pfirsich-Kokos-Traum nicht lecker? Dass der Smoothie trotzdem grün wird, dafür sorgen zwei Handvoll Spinat, die sich geschmacklich elegant in die Komposition einfügen.

Dann kommen über 100 Rezepte für Liebhaber und alle, die es werden wollen. Smoothie-Puristen werden zwar aufschreien, wenn hier Nüsse, Pflanzenmilch, Hanfsamen, Mandelmus, Öle und sogar Kakao mit in dem Mixer kommen, aber ich denke mir, warum denn nicht?

Wenn es sich um naturbelassene Produkte handelt, finde ich das völlig in Ordnung, um überraschende Geschmackserlebnisse und Abwechslung in den täglichen Smoothie zu bringen!

Im Kapitel „Hits für Kids“ finden Eltern jede Menge Rezepte, wie auch Knirpse mit Spaß auf den Smoothie-Geschmack kommen: viel Beeren und Bananen sorgen für tolle Farben und Gaumenfreuden, und das Smoothie-Eis am Stiel ist für heiße Tage genau das Richtige.

Ich jedenfalls bin voll inspiriert und wild entschlossen, künftig mehr als Bananen, Spinat und Äpfel zu trinken. Und mein geliebtes Gerstengraspulver kann ich ja ganz unauffälig dazu mixen…

Noch mehr aktuelle Tipps und Anregungen gibts übrigens auf der Homepage der Autorinnen.

Jen Hansard, Jadah Sellner „Simple Green Smoothies. Mehr als 100 Rezepte zum Abnehmen, Energietanken und Großartigfühlen“, 304 Seiten, kartoniert, Unimedica

eiskalte früchtchen

eislolliesSo wie es aussieht, wirds dieses Jahr mal wieder richtig Sommer – und was schmeckt da einfach am besten? Genau: Eis-Lollies! So nennen zumindest Karis und Dominic Gesua ihre farbenfrohen Fruchteis-Kreationen am Stiel, mit denen sie neue Trends setzen.

Was als eiskalte Überraschung für Freunde und Bekannte begann, wurde schnell zu einem echten Abenteuer: von Hobby-Tiefkühlern wurden die beiden zu professionellen Eis-Lollie-Machern – für ihre Firma „Lickalix“ haben die beiden unzählige Köstlichkeiten entworfen. Einige Rezepte verraten sie jetzt in ihrem Buch „Eis-Lollies – fruchtig, frisch & frech“.

In sechs Kapiteln überraschen die beiden mit ungewöhnlichen Leckereien für heiße Tage: Basis für die kühlen Köstlichkeiten sind ganze Früchte und frisch gepresste Säfte, die in verschiedenen Texturen und in raffinierten Zutaten-Kombis am Holzstiel festfrieren.

Ob Pfirsich-Brombeere, Ananas-Limette, Blaubeere-Bergamotte, Mango-Granatapfel, Herbe Papaya oder Erdbeer-Kokos – die Bandbreite an Aromen ist beeindruckend und für Erwachsene experimentieren die Autoren auch mit alkoholischen Kreationen.

Wie wärs bei der nächsten Party mit Radler am Stiel, Himbeer-Mojito, Kirsch-Martini,  Weisswein-Sangria-Eis oder Pfirsich-Bellini? Auch den Erdbeer-Käsekuchen oder Erdbeeren, Weiße Schokolade und Pistazien dürften die meisten Gäste sicher nich nie so serviert bekommen haben!

Selbst gemixte Gurken, Dill, Karotten oder Rote Beete finden bei Karis und Dominic Gesua den Weg ins Gefrierfach, um dort zu außergewöhnlichen Eis-Lollies zu reifen. Ihren ganz großen Auftritt haben Eis-Lollies natürlich bei Kindergeburtstagen und mit Kraken am Stiel, Regenbogeneis, einer Streuselparade oder Wassermelonen-Pizza dürften Eis-Mutties ganz groß punkten.

Die gefrorenen Obstspieße auf Seite 70 reduzieren die Idee wieder aufs Wesentliche: frisch Früchte und Phantasie sind und bleiben die Hauptzutaten für diese köstlichen Sommersnacks. Wie man Zucker schmelzen lässt und die Formen befüllt, wie der Stiel ans Eis kommt und wie Eis-Lollies am besten aufbewahrt werden, verraten die Eismacher kurz und übersichtlich auf den ersten Seiten des Buches.

Ich hab neulich sogar Kombucha-Eis gemacht, der Geschmack verflüchtigt sich allerdings auffallend schnell. Demnächst probiere ich mal ein Rezept aus, von dem ich mir nicht so richtig vorstellen kann, wie das Ergebnis schmeckt: für die Grüne Göttin kommen Ananas, Apfelsaft, Spinat, Minze und Zitronensaft ins Tiefkühlfach – falls es mir nicht schmeckt, hab ich mir immerhin jede Menge Nährstoffe und wenig Kalorien einverleibt!

Karis und Dominic Gesua „Eis-Lollies – fruchtig, frisch & frech“, 112 Seiten, mit zahlreichen erfrischenden Farbfotos, 14 Euro 99, Hardcover, Thorbecke Verlag

 

 

 

knuspriger südwesten

2878_248x210_2008Flachswickel, Hefezopf, Träubleskuchen, Mutscheln, Seelen und Kimmicher: die Backtradition im Südwesten Deutschlands ist vielfältig und sie wird liebevoll gepflegt! Das beweisen auch die zahlreichen Rezepte, die SWR4-Hörer für Michael Braniks neues Buch „Knuspriger Südwesten“ eingereicht haben: vom Remstäler Bauernbrot über Sauerkrautbrot und Schwäbischen Napfkuchen bis zum Brotsalat ist alles dabei, was knuspert und lecker schmeckt.

Nach Rezepten aus dem Beeren- und Gemüsegarten dreht sich in diesem neuen Band der Reihe „SWR4 Branik kocht“ alles um „Köstliche Rezepte rund ums Brot aus baden-württembergischen Küchen“. Auch die Landfrauen sind wieder mit von der Partie: Beate Krieg, Landesgeschäftsführerin des Landfrauenverband Württemberg-Baden, erzählt auf den ersten Seiten Spannendes zur Kulturgeschichte des Brotes sowie zur alten und neu erwachten Backhauskultur im Ländle. Auch ich hab übrigens bei der Recherche für meine beiden „Brot-Artikel“ (vorherige Posts) von ihrem Wissen profitiert!

Dann gehts auch schon an den Backofen: im ersten Kapitel stehen „Klassische Brote“ im Mittelpunkt – zahlreiche Bauernbrot-Varianten sind zu entdecken, Weiß- und Schrotbrote, aber auch Dinkeljoghurtbrot oder Buttermilch-Haferbrot. Erika Schluchter von Schluchters Weinstube in Pfedelbach hat sogar ihr Besenbrot-Rezept verraten.

Nicht nur Schwäbisches kommt mit Braniks Rezeptsammlung auf den Vesperteller: Liebhaber werden sich über das Rezept fürs Norddeutsche Schwarzbrot freuen und mediterrane Alternativen wie Fladenbrot und Ciabatta fehlen selbstverständlich auch nicht.

Die „Brote mit Pfiff“ im zweiten Kapitel überraschen mit außergewöhnlichen Zutaten: Riesling, Bier, Nüsse, Honig, Schinken, Oliven, Zwiebeln, Sauerkraut, verschiedene Kräuter und sogar Füllungen sorgen für neue Geschmackserlebnisse.

Das dritte Kapitel ist den süßen Brotvarianten gewidmet: beliebte Klassiker wie Hefekranz und Hefezopf, Mutscheln, Neujahrsbrezeln, Flachswickel, Magenbrot und Schnitzbrot mischen sich mit Kürbis-Rosinenbrot und fruchtigen Broten mit Apfel, Banane & Co. Es folgen die heiß ersehnten Laugenbrezeln, Seelen, Weckle und Brötchen mit teilweise überraschenden Geschmacksnoten, wie bei den Badischen Winzerschnecken.

Eine schwäbische Rezeptsammlung wäre nicht vollständig ohne Tipps und Tricks zur Resteverwertung und so findet sich auch in „Knuspriger Südwesten“ ein Kapitel für „Leckere Brotrestle“: Ofenschlupfer mit Äpfeln, Badischer Kirschplotzer, Tessiner Brottorte, aber auch Brotsalat, Brotaufläufe, Klöße und Knödelrezepte machen Lust aufs Ausprobieren!

Für Pesto- und Pastenliebhaber wie mich hat Herausgeber Michael Branik noch das Extrakapitel „Herzhafte Aufstriche“ angehängt – zum Beispiel mit Tomatenpesto, Obazda oder Möhren-Käse-Aufstrich und sobald meine Zucchini reif sind, teste ich auf jeden Fall das Rezept für die Zucchinicreme von Ilse Braitmaier aus Horb am Neckar!

Da ich offenbar den Einsendeschluss verpasst habe, kleiner Tipp am Rande: ich back neuerdings ja gerne zwei Brennesselstängel ins Brot – im Mixer kleingehackt brennen sie nicht mehr, im Teig verrührt und einfach mitgebacken, geben sie dem Brot eine ganz besondere Note.

Michael Branik „Knuspriger Südwesten. Köstliche Rezepte rund ums Brot aus baden-württembergischen Küchen“, 128 Seiten, kartoniert, 9 Euro 90, Silberburg-Verlag

mit adrienne braun durch stuttgart

lieblingsorte_stgtStuttgart mausert sich: die ehemals als kächelig belächelte Kehrwochenmetropole ist auf dem besten Weg zur Boom-Stadt! Die Kreativbranche hat längst die Umsätze der hier ansässige Auto-Industrie erreicht, seit Stuttgart 21 weiß der Rest der Republik, dass als bräsig abgestempelte Halbhöhenbewohner auch anders können und das neue Dorotheenviertel gefällt sogar den Stuttgartern selbst.

Es ist nämlich keineswegs so, dass es die vielen – meist seelenlosen – Neubauklötze sind, denen die Landeshaupstadt ihre steigende Beliebtheit verdankt, vielmehr sind es die gewachsenen Eigenheiten und liebevoll gepflegten Kostbarkeiten, die den Charme der Stadt ausmachen.

Die wildromantischen Stäffele etwa, die vielen Plätze, auf denen die Stuttgarter neuerdings bei den ersten Sonnenstrahlen ihre „südländische Streetcredibility“ unter Beweis stellen oder der pulsierende Schlossplatz mit seinen eindrucksvollen königlichen Bauten und die durchaus reizvolle Kulturmeile mit dem Haus der Geschichte, der Staatsgalerie, dem Großen und Kleinen Haus, also mit den Bühnen der Staatstheater Stuttgart.

Jetzt legt Adrienne Braun als gebürtige Hessin eine ganz persönliche Liebeserklärung an Stuttgart vor: in ihrem Buch „Adrienne Braun. Lieblingsorte Stuttgart“ nimmt sie die Leser mit an bekannte und eher heimliche Ecken, an belebte oder ganz stille Plätze und sie sieht so manche Stuttgart-Institution aus ganz eigenen Blickwinkel.

Ja, sie schaut und hört genau hin, die Kolumnistin und Autorin, beobachtet zum Beispiel, dass am Schillerplatz nicht nur der Hackenporsche „untertourig holpert“ sondern so mancher Getriebene in der Abendsonne die Seele baumeln lässt. Außerdem können an diesem „wohlproportionierten“ Platz auch Stuttgart-Kenner noch so manches neue alte Detail entdecken.

Adrienne Brauns Stuttgartführer lebt von diesen humorig-hintersinnigen Beobachtungen: dass die Wilhelma einer der schönsten zoologisch-botanischen Gärten Europas ist, wissen wir schon lange! Dass Besucher hier den größten Magnolienhain nördlich der Alpen erleben können, dass hier zahlreiche Tiere ohne „offiziellen Wohnberechtigungsschein“ zuhause sind und dass Bonobo & Co. im neuen Affenhaus sogar unzüchtige Filme schauen, sind dagegen echte Neuigkeiten.

Bei aller Postkartenidylle vergisst Adrienne Braun nicht, die etwas weniger schönen Seiten der Sonntagmittags-Familien-Glücks zu schildern. Oder findet Ihr es gut, dass stolze Wildkatzen stumpf ins Leere schauen und im Schaubrüter zahlreiche Hühnerküken so ganz ohne ihre schnäbelnde Glucke auf die Welt kommen?!

Die Nachfrage bestimmt bekanntlich das Angebot, da kann man vielen Zoodirektoren nicht mal allein den schwarzen Peter zuschieben – auch in der Markthalle kommt aus dem Sortiment, was die wählerische Kundschaft allzulange meidet. In der malerischen Jugendstilhalle gibts Delikatessen und Gaumenfreund aus aller Welt, auch Wilhelm II. von Württemberg ließ es sich hier schmecken, während seine vierbeinigen „Spitzbuben“ Ali und Rubi an Frackschößen rissen und Leute ankläfften.

Und wo wir gerade beim Essen sind: warum Adrienne Braun so gerne im „Goldenen Drachen“ speist, ist nach eben diesem kulinarisch-philosophischen Kapitel leicht nachvollziehbar.

Warum sie gern ins Porsche-Museum geht, am liebsten im Sportzentrum Waldau schwitzt, den Ausblick von der Karlshöhe mag, das handtuchschmale Haus der Katholischen Kirche schätzt und einen Ausflug zur Eselsmühle empfiehlt – diese Geschichten sind ebenfalls so unterhaltend wie allgemeinbildend. Zumindest wenns um Stuttgart geht!

Die vielen Farbfotos von Martin Stollberg beleuchten die Stadt zudem aus neuen Perspektiven und sorgen dafür, dass Adrienne Brauns Lieblingsorte keine reinen Phantasiegebilde bleiben.

Spätestens nach dem letzten Kapitel, in dem die Autorin hinreißend beschreibt, wie sie seit ihrer Gymnasialzeit hingebungsvoll die korrekte Aussprache von „Fernsäh“, „hälinge“, „Gruschd“ und „groddemäßig“ übt, erbarmt sich das Herz des schwäbischen Lesers und beschließt, dass es „ofanga Zeid wär“, Adrienne Braun aufgrund ihrer Herkunft „nemme als Reig’schmeckte“ zu bezeichnen!

Fazit: ein weiterer Stuttgartführer, den es durchaus noch gebraucht hat!

Adrienne Braun „Lieblingsorte Stuttgart“, 184 Seiten mit 40 Farbfotografien, Hardcover, 19 Euro 95, emons:

 

 

 

 

 

bunte vielfalt statt eintönigkeit – willkommen in farbula!

ha2633_bKennt Ihr die kleinen gelben Zwerge, die mit ihrem spitzen Hut allen in den Allerwertesten pieksen, den sie nicht leiden können? Sie wohnen in einem kleinen Dorf auf einem spitzen Berg der gelbgold leuchtet – sie lieben die Sonne und hier sind sie ihr so nah, dass sie sie beinahe berühren können. Überall, wo die Zwerge den Boden berühren, wachsen Sonnenblumen.

Sie lieben Bananen, Ananas und Mais und sie riechen frisch nach Zitrone. Klingt eigentlich sympathisch, aber die gelben Zwerge ärgern sich, dass die roten und blauen Kinder nicht gefragt haben, ob sie mitspielen wollen. Schon marschieren sie los und pieksen die Bewohner der roten Stadt mit ihren Zackenhüten. Herzlich willkommen in Farbula!

Es war so ein regnerischer Tag wie heute, als die Geschwister Max und Frieda im Land der Farben landeten – ein kleiner Streit und schon kippt Wasser auf die frisch gemalten Bilder der beiden: unschöne braune Farbe macht sich breit. Und während sie sich zanken, befinden sie sich plötzlich auf einer märchenhaften Reise ins Land der Farben…

Im Bilderbuch „Die wunderbare Reise nach Farbula“ landen Max und Frieda zuerst in der roten Stadt: alle Häuser waren aus roten Backsteinen gebaut, ihre Bewohner hatten eine Vorliebe für rote Beeren, Paprika und Chilischoten und das Herzstück der Stadt war eine riesige Ketchupfabrik. Der Ketchup-Duft zog durch die Straßen, doch die beiden Geschwister konnten noch etwas anderes riechen: das Meer!

So liefen sie schnurstraks der Nase nach und entdecken am Meer ein blaues Dorf, in dem – na klar – blaue Riesen wohnten, die am liebsten Blaubeeren, Blaukraut und Weintrauben aßen. Obwohl die Riesen wirklich groß sind, müssen Max und Frieda keine Angst vor ihnen haben: sie sind wohl die sanftesten Bewohner in ganz Farbula!

Plötzlich kommen aus der roten Stadt einige Kinder und bald toben sie mit den blauen Riesenkindern fröhlich durch die Straßen. Was dann passiert, Ihr wisst es: die pieksenden Zwerge drangsalieren die roten Bewohner. Max und Frieda fragen eins der roten Kinder, ob sie sich mit den Zwergen nicht verstehen.

„Doch“, sagt das Kind. Einmal waren ein roter und ein gelber Bewohner von Farbula so gut befreundet, dass sie ständig miteinander tanzten und dabei ein fröhliches Orange erzeugten. Die beiden gründeten ein eigenes Dorf, wo sie noch heute glücklich leben. Und tatsächlich: im orangenen Dorf finden Max und Frieda einen riesigen Zirkus, wo jeder ein kleines Kunststück zeigte.

Den gelben Zwergen und den blauen Riesen gefiel das gar nicht! Sie beobachten das orangene Treiben misstrauisch und fühlen sich in ihrer Ruhe gestört. Es ist also schwierig in Farbula, denn auch die grünen Waldbewohner sind wie die anderen im Grund alle nett, aber wehe, eine andere Farbe „stört“ die Einfarbigkeit!

Die Roten zum Beispiel: sie baden gern im Meer. Aber weil sie das Blau nicht mögen, schütten sie so viel Ketchup ins Wasser, dass sie sich wie zuhause fühlen. Da passiert etwas spannendes: das Wasser färbt sich lila! Das lockt die violetten Elfen aus ihrer lila funkelnden Kristallhöhle.

Im grünen Wald tobt derweil eine Gras-Tomaten-Schlacht zwischen den Grünen Waldbewohnern und den Roten aus der Stadt, die auf den saftigen Wiesen picknicken wollten. Und dann fingen plötzlich alle an zu streiten: Wer hat die schönste Farbe im Land? Die Einfarbigen raufen sich und werden zu einem Knäuel, der so ähnlich aussieht, wie der matschige braune Fleck auf Friedas selbst gemaltem Bild.

Max und Frieda sind entsetzt: sie mochten nämlich alle Bewohner in Farbula und sie hatten Angst, dass durch den Streit alle schönen Farben verschwinden. Ob die beiden den Farbulanern helfen können? Und wie wird der Ausflug für die Geschwister enden?

„Würde eine einzige Farbe fehlen, wäre der Regenbogen nur noch halb so schön“, lautet das Fazit dieser zauberhaft-humorvollen Geschichte von Teresa George, die auf dem gleichnamigen Musical basiert.Seit 2014 ist die Autorin Teil des Projekts „Farbula“, das sich für Kinder mit den unterschiedlichsten Voraussetzungen einsetzt.

Franziska Harvey hat „Die wunderbare Reise nach Farbula“ mit viel Liebe zum Detail unbeschreiblich herzig und natürlich herrlich farbenfroh illustriert. Mein Fazit: absolutes Lieblingsbuch-Potential!

Teresa George, Franziska „Die wunderbare Reise nach Farbula“, 40 Seiten durchgehend farbig illustriert, Hardcover, 17 Euro, Jumbo Verlag

müssen hexen immer böse sein?

Hexarella-3dAuf den ersten Blick ist sie ein ganz normaler Teenager: sie geht zur Schule, hat Freunde, eine Vorliebe für lange Wörter mit möglichst vielen Buchstaben und Stress mit der Verwandtschaft.

Tatsächlich ist Hexarella ein bisschen anders: das Hexenkind geht in eine Hexenschule, hat früh seine Eltern verloren und ihre Tanten, die jetzt im elterlichen Haus wohnen, sinde richtig böse Hexen – allen voran Axafaxa, die macht Hexarella das Leben schwer, wann und wo immer sie kann.

Gott sei Dank gibt es die beiden Geschwister Dixiixi und Doxooxo, Hexarellas beste Freunde – mit denen hat sie jede Menge Spaß und die halten zu ihr, egal was kommt! Jetzt kennt Ihr auch schon fast alle Hauptpersonen, die im Kinderkrimi „Hexarella und der Wundervogel“ eine wichtige Rolle spielen. Fehlt nur noch die kluge alte Hexe Schanaaxa und der Wundervogel selbst, aber der Reihe nach:

eines Tages finde Hexarella ein Vogelkind das übel aussieht und mehr tot als lebendig ist. Seine Federn haben eine komische grauschwarze Farbe, die Hexarella noch nie gesehen hat. Ihre bösen Tanten jagen die kleinen Vögel manchmal so lange, bis die erschöpft vom Himmel fallen, doch mit diesem Vogelkind stimmte etwas ganz und gar nicht. Weil Hexarella dem kleinen Piepmatz helfen will und so gar nicht weiß, was sie tun kann,  fragt sie Schanaaxa um Rat.

Was die alte Hexe rät, erschreckt Hexarella zutiefst: sie muss ins Menschendorf und heraus finden, warum so viele kleine Vögel gerade sterben! Niemandem darf sie von ihrer Mission erzählen, nicht mal ihren besten Freunden Dixiixi und Doxooxo. Und dann wird sie auch noch von Axafaxa erwischt: die böse Tante setzt Hexarella so zu, dass sie das Vögelchen fallen lässt. Statt zu bereuen, klagt Axafaxa ihre Nicht bei der  Hexenversammlung an.

Die anderen Hexen sind nicht blöde und finden schnell heraus, wer der eigentliche Übeltäter ist. Die Klage wird abgewiesen. Jetzt muss Hexarella schnell ins Menschendorf um die Ursache für das Vogelsterben zu finden. Da taucht plötzlich ein schöner bunter Vogel auf und gibt Hexarella wertvolle Hinweise. Von ihm erfährt sie unter anderem, dass nicht nur Vögel, sondern auch andere Tiere und sogar einige Menschen krank geworden sind.

Die Spur führt zu einem Weiher im Wald und Hexarella macht sich auf den Weg. Nicht alle, die sie unterwegs trifft, wollen ihr helfen. Für das Hexenkind beginnt ein gefährliches Abenteuer, bei dem es alle gelernten Hexenkunststücke brauchen kann. Ob Hexarella die Ursache finden und den Vögeln helfen kann?

Wer große und kleine Hexen bisher nur aus Grimms Märchen kannte, wird überrascht sein: „Hexarella und der Wundervogel“ ist ein spannender, moderner Kinderkrimi zu einem wichtigen aktuellen Thema – ernst, aber nicht besserwisserisch, jung, aber nicht kindisch, entwickelt Autor Klaus Schuker die eindringliche Geschichte um einen Umweltskandal und beweist außerdem, dass böse Hexen heute einfach nicht mehr gefragt sind.

Die aufwendige Ausstattung mit farbenfrohem Cover, liebevollen Illustrationen, Kapitelüberschriften in Sonderfarben sowie einem grünen Lesebändchen machen den Kinderhexenumweltkrimi zu einem kleinen Schmuckstück im Bücherregal.

Klaus Schuker „Hexarella und der Wundervogel“, 120 Seiten, Hardcover, 15 Euro, Fabulus Verlag

was denkt meine katze?

9783440154595_600x600Mein Kater und ich sind echte Soulmates und ich glaube, er unterstützt mich in vielen Dingen: „Kauf das T-Shirt ruhig, Du hast es Dir verdient und es passt so gut zu dieser blauen Strickjacke“ – so oder ähnlich schnurrt er mir bisweilen beruhigend ins Ohr und erleichtert mitunter schwere Entscheidungen.

Ja, das ist natürlich geschwindelt! Trotzdem habe ich das Gefühl, wir kennen uns schon ganz schön gut und verstehen uns meist ohne Worte. Funktioniere ich mal nicht richtig, unterstreicht er seine Forderungen neuerdings mit beharrlichem, gar nicht süßem Gemaue. Oft genug bin ich allerdings richtig ratlos, was er mir gerade sagen möchte.

Deshalb war ich so neugierig auf das Buch „Was denkt meine Katze?“ – vor Kurzem im Kosmos Verlag erschienen, erklärt es mit vielen tollen Farbfotos, was in Katzen vorgeht, wenn sie entsprechende Mimiken und Körperhaltungen zeigen oder andere Signale aussenden. Denn Katzen – so die Autorin Brigitte Rauth-Widmann – lügen, entgegen vieler gegenteiliger Behauptungen, eben nicht!

Nun sind Katzen ja nicht blöde und wissen ziemlich schnell, wie sie mit bestimmten Verhalten ihre Ziele erreichen. Da ist ein bisschen Strategie und Diplomatie durchaus erlaubt. Außerdem ist jede Katze ein ausgeprägter Individualist mit eigener Persönlichkeit, charakteristischen Anlagen, Vorlieben und Fähigkeiten. Doch im Grunde zeigen sie alle in jeder Situation klar und deutlich, was sie zu sagen haben und wir können sie verstehen, wenn wir genau hinschauen.

Am Anfang gehts zuerst mal um typisches Katzenverhalten: die vielzitierte Katzenwäsche gehört da ebenso dazu wie langes Schlafen, ausgiebiges Stretching, Sonnenbaden, große und kleine „Geschäfte“. Wir lernen, dass Katzen Rückzugsorte brauchen, dass sie faszinierend-geschickte Kletter-Akrobaten sind und auf leisen Sohlen und mit scharfem Blick ihre Beute fangen.

Im zweiten Kapitel gehts um „Katzen unter sich“: so riechen Katzen an einem Busch nicht nur eventuelle Blüten oder Früchte, sondern auch ganz deutlich, welcher Eindringling hier vor Kurzem mit Pheromon-Molekülen seine Duftspuren hinterlassen hat. Begegnen sich Katzen auf der Straße oder auf der Wiese, spielen Düfte ebenfalls eine wichtiege Rolle: mit Nasenstübern, Ablecken und Geruchskontrollen gehen sie auf Tuchfühlung und haben schnell raus, ob sie sich riechen können oder lieber aus dem Weg gehen.

Ihre Krallen pflegen Miezen, in dem sie hingebungsvoll diverse Untergründe bearbeiten, vorzugsweise Baumrinden, aber auch raue Sofabezüge oder Teppiche sind sehr willkommen! Und: Katzen sind Showtiere, die sich gerne beim Markieren beobachten lassen.

Während Katzen untereinander also nicht viele Worte brauchen, um klar zu machen, wer der Stärkere und was sonst so zu tun ist, bringt uns das Kapitel „Miez und Mensch“ teilweise ganz normales komisches Katzenverhalten näher. Einmal traf ich meinen Kater überraschend, als er in einer hohen Sommerwiese saß. Erfreut rief ich seinen Namen und ging ein paar Schritte auf ihn zu, er allerdings ging ein paar Tapser zurück.

Zuerst konnte ich gar nicht glauben, was ich sehe und ging noch ein Stück in die Wiese. Und wieder zog sich mein Kater zurück. Ich war schwer konsterniert! Sollte das wirklich der Kater sein, der mir schmusend auf dem Rücken liegt und am liebsten in meinem Bett schläft? Dann kam ich drauf: er hatte wohl gerade Wichtigeres zu tun und vermutlich Angst, dass ich ihn mit nach Hause nehme.

Soweit meine Erklärung. Oft ist es auch so, dass sich Katzen, sobald sie aus dem Haus sind, ganz nach Instinkt verhalten und da kann schmusen zum falschen Zeitpunkt verheerende Folgen haben. Nun, wir haben das geklärt und mittlerweile begrüßt mich Sam auch außer Haus mit freundlichem Hallo.

Wann Katzen Lust auf Gespräche haben und wann nicht, ob sie gut gelaunt sind, wie sie Angst zeigen und Signale für den Angriff geben ist ebenfalls Thema, genau so wie ihr Spielverhalten. Augen, Schwanz und Schnurrhaare sind gut erkennbare Indikatoren.

Ein Extrakapitel ist Katzenkindern gewidmet. Die sind vor allem ganz schön neugierig und wollen ihre Welt erobern. Da ist es sicher hilfreich, ihr Pionier- und Sozialverhalten ein bisschen genauer zu kennen!

Allein der tollen Fotos wegen, wird dieses Buch wohl jedem Katzenbesitzer und -liebhaber gefallen. Und die Infotexte in gut verdaulicher Häppchen-Länge geben spannende Einblicke in die Welt unserer Fellgeschwister.

Ein besonders tolles Kompliment hat mein Kater übrigens neulich von einer älteren Dame bekommen, der ich ein Foto gemailt hatte: „Der schaut so gescheit, dass man denkt, ein Mensch guckt einen an“, sagte sie. Und manchmal denke ich das wirklich auch!

Brigitte Rauth-Widmann „Was denkt meine Katze? Katzenverhalten auf einen Blick“, 96 Seiten mit 180 Farbfotos, broschiert, 10 Euro, Kosmos Verlag