deutschlands wilder süden – so ist baden-württemberg

Luchse, Wildschweine, Waldkäuze, Schluchten, Seen, Höhlen und dichte Wälder: der Süden Deutschlands hat mehr zu bieten als schnelle Autos mit Stern und Pferdchen. Andreas Braun und Claus-Peter Hutter sehen Baden-Württmeberg sogar als „Europa im Kleinformat. Außer Hochgebirge und Meeresküste gibt es hier alle Landschaftsformen“, so die Autoren des Buches „Deutschlands wilder Süden. Naturerlebnisland Baden-Württemberg“.

40076699z Tatsächlich entfaltet sich zwischen Jagst und Bodensee ein topografisch reizvoller Erlebnisraum, der als Ausflugs- und Urlaubsgebiet immer mehr begeisterte Anhänger findet. Los geht die bebilderte Rundreise mit spannenden Natur- und Kulturgeschichten aus Hohenlohe und dem Schwäbisch-Fränkischen Wald – ein vielfältiges Landschaftsmosaik mit wildromantischen Burgen und Schlössern, Weinbergen, dem lieblichen Taubertal und einem Tier, das sich in den vergangenen Jahren fast zum Wahrzeichen der Region entwickelt hat: dem „Mohrenköpfle“, das Landschwein der Schwäbisch-Hällischen Erzeugergemeinschaft.

Weiter geht die idyllische Tour durch Baden-Württemberg auf der Schwäbischen Alb: hier treffen Wandervögel auf Wunderhöhlen, weiden Schafe auf Heidelandschaften, erheben sich Burgruinen und imposante Felsen über grüne Täler und Höhlen locken zu spannenden Entdeckungen. Dass die schwäbische Alb einer der größten „Jurassic Parks“ der Erde war, belegen zahlreiche Steinzeugnisse, die vom früheren Urmeer und von einer uralten Vulkanlandschaft erzählen. Willkommen zur geologischen Zeitreise durch Jahrmillionen.

Apropos Geologie: sie ist das Kriterium, nach denen sich Baden-Württemberg in sieben Naturräume einteilen lässt, deshalb gehts im Uhrzeigersinnn weiter an den Bodensee und nach Oberschwaben, einer Landschaft, die von der Eiszeit geformt wurde. Nirgendwo sonst im Ländle finden sich so viele „Wasser-Schilf- und Röhricht-Paradiese“. Unschätzbares Naturerbe, sehr zur Freude von Schilfrohrsänger, Moorfrosch und Klapperstorch. Auch der Biberacher Namenspatron – der Biber – fühlt sich im Biber-Süden wieder wohl, nachdem er so gut wie ausgestorben war.

Der fischreiche Bodeensee gilt als größter Trinkwasserspeicher Europas, ist Ankerplatz für zahlreiche Zugvögel und in weiten Teilen sogar UNESCO-Welterbe, nicht zuletzt der prähistorischen Pfahlbauten wegen, die sich gürtelförmig im ganzen Alpenraum finden lassen.

Der Schwarzwald mit seinen Gipfeln und Tälern ist dagegen Sinnbild für den deutschen Wald schlechthin, obwohl er größtenteils aus vergleichsweise jungen Fichtenmonokulturen besteht. Nachdem sich die Befürworter des Nationalparks Schwarzwald vor einigen Tagen endgültig durchgesetzt haben, werden sich einige Bannwaldgebiete in den nächsten Jahrzehnten wieder in echt wilde Natur verwandeln und noch mehr Pflanzen und Tieren einen geschützen Raum zum Leben bieten, darunter Auerhahn, Marder, Specht und Rothirsch.

Lust auf mehr? Dann nichts wie ab zum Oberrhein. Vor allem der Kaiserstuhl ist als mediterranster Fleck Deutschlands bekannt, kein Wunder gedeihen hier oechslereiche Spitzenweine. Vorletzte Station im Buch ist der Odenwald, wo Feuersalamander, Wasseramsel und der selten gewordene Distelfink durch romantische Bachtäler begleiten. An den Felsgengärten des Neckartals und den weiten Feldern der schwäbischen Gäulandschaften endet die Reise, im Anhang stellen die Autoren besonders reizvolle Rad- und Wanderwege vor, listen Internetseiten mit Infos zu den beschriebenen Naturparks und Landschaften, empfehlen Tourismus-Organisationen, Heimat- und Wanderverbände und portraitieren die Stiftung NatureLife-International.

Warum also in die Ferne schweifen, wenn es vor der Haustür soviel Beeindruckendes zu Entdecken gibt?

Andreas Braun und Claus-Peter Hutter „Deutschlands wilder Süden. Naturerlebnispark Baden-Württemberg“, 224 Seiten, Hardcover, 29 Euro 95, Theiss Verlag

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