pflanzengöttinnen und ihre heilkräuter

pflanzengoettinnenWas für ein Frühling! Selbst in meinem „sibirischen“ Nordwestgarten sind über Nacht die Blüten explodiert: im wuchernden Grün setzen Schlüsselblumen, Tulpen, Immergrün, Vergissmeinnicht, Löwenzahn, Hornveilchen und Akeleien herzerfrischende Farbtupfer.

Wie ein berauschendes Wunder tobt die Gartenpracht jedes Jahr aufs Neue und sorgt für spannende Überraschungen: die Funkie hat den Standort gewechselt, das Mutterkraut wächst zwischen den Steinplatten, auch der Farn hat sich auf den Weg gemacht und neues Terrain erobert.

Einige Gartenbewohner haben den Frost nicht überstanden, dafür sprießt der Giersch munter drauf los und legt sich selbst mit langjährig verwurzelten Stauden an. Fast scheint es, als ob ein unsichtbarer Dirigent dem Gartenorchester den Takt vorgibt. Für Ursula Stumpf sind es die Planzengöttinnen, die sich in ihren jeweiligen Lieblingsblumen zeigen, die über die Natur wachen, die Nahrung Gesundheit und Schutz schenken.

In der neuen Auflage ihres Buches „Pflanzengöttinnen und ihre Heilkräuter“ lädt die Pharmazeutin, Heilpraktikerin und Pflanzenkinesiologin dazu ein, mit „12 Göttinnen und 64 Pflanzen das Schönste aus dem Jahreslauf“ und dem eigenen Leben zu machen!

Egal ob im Park oder in freier Natur: wer regelmäßig nach Draußen geht, sich von Wind und Sonne streicheln lässt, entdeckt am Wegesrand, unter Büschen und hinter Gartenzäunen eine Welt voll versteckter Botschaften. Um sie zu verstehen, muss man nichts weiter tun, als der eigenen Intuition vertrauen.

Zu den Pflanzenportraits der ersten Auflage, sind in der neuen Ausgabe 18 neue Pflanzen dazu gekommen, die mit Vorliebe auch an Fahrradständern, Straßenrändern oder zwischen Mauerritzen und Pflastersteinen urbaner Räume wuchern. Zwischen all dem Beton werden Kräuter in der Stadt zu Botschaftern des Lebens.

„Gerade jene Pflanzen, die es mit den Bedingungen der Stadt aufnehmen, stecken voller Vitalität und Lebenskraft“, weiß die Autorin. Zu den Pionieren gehört fast immer die Kamille, auch der Klatschmohn ist vorne mit dabei, wenn es darum geht, Brachen und langwierige Baustellen zu begrünen.

Vielleicht ist es Flora, die in der Stadt heimliche ihre Samen streut und sich freut, wenn jemand auf dem Weg ins Büro Spitz- und Breitwegerich entdeckt, die am häufigsten anzutreffenden Heilkräuter, deren Blätter sich prima als „natürliches Wundpflaster“ eignen.

Jeden Monat inspiriert eine andere Göttin mit ihren Pflanzenlieblingen und ihren ganz typischen Mythen, Eigenschaften und Impulsen, die Heilkraft der Natur zu entdecken:

im Januar bringt Skadi, die Göttin des Winters mit den Winterlingen, den Schneeglöckchen, der Zaubernuss und der Kornelkirsche den Mut und die Klarheit, um neue, kreative Lösungen zu finden. Sie alle haben keine Angst vor Frost und Kälte und künden willensstark von kommenden warmen Tagen.

Der Februar steht ganz im Zeichen der keltischen Himmelskönigin Brigid, deren Pflanzen mit frischem Schwung in den Frühling begleiten. Im März regiert Ostara, die Göttin des Frühlings und des Ackerbaus und weckt mit ihrem Himmelsschlüssel, der Schlüsselblume die schlafenden Kräfte der Natur. Kein Wunder werden ihr einige der vitalsten Heilpflanzen zugeschrieben, wie Giersch und Brennessel.

Wer gerade von den beiden zu viel im Garten hat, findet im entsprechenden Kapitel gleich Rezepte, um die Kraft der Pflanzen zu nutzen, zum Beispiel mit Brennessel-Wasser, Giersch-Brötchen oder Weidentinktur.

Im April öffnet Blodeuweed das Reich der Blumen – Wein mit Vergissmeinnicht hilft bei Vergesslichkeit, eine Gesichtsmaske mit Gänseblümchen reinigt, pflegt und strafft die Haut und eine Wochenendkur mit Löwenzahn wirkt wie ein Frischekick für den ganzen Körper.

Jetzt im Mai schenkt Flora einen Überschwang der Blüten, im Juni können wir mit Freya das bunte Leben feiern und im Juli barfuß in der Fülle des Lebens sein. Amaterasu, die Göttin der Sonne, überredet uns im August, den Sommer pur zu genießen.

Mich hat ja schon der erste Band begeistert, jetzt, einige Jahre später, in denen sich mein Garten entwickelt hat und im Buch einige Pflanzen dazu gekommen sind, ist es ein reichhaltiges  Inspirations- und Arbeitsbuch geworden, das mich durchs Jahr begleitet, denn fast alle der vorgestellten Heilpflanzen wachsen direkt von meiner Terrassentür.

Ich freue mich so darauf, bekannte und neue Pflanzenwesen (noch) besser kennen zu lernen, von den Pflanzengöttinnen zu lernen und frische Rezepte auszuprobieren. Endlich weiß ich zum Beispiel, dass ich keine Stechpalme an der Mauer habe, sondern dass hier eine Mahonie grünt und ihre blauen Beeren nicht nur essbar sind, sondern auch ein tolle Naturfarbe abgeben.

So werden selbst ein paar Quadratmeter Garten zum zauberhaften Paradies, in dem es ständig neues zu Entdecken, zu Staunen und Genießen gibt – Entspannung, neue Ideen, Klarheit und Wohlfühlen, praktisch zum Nulltarif!

Welche Göttinnen den Herbst verschönern, findet Ihr am besten selbst heraus…es lohnt sich!

Dr. Ursula Stumpf „Pflanzengöttinnen und ihre Heilpflanzen“, 192 Seiten mit 166 Farbfotos und 12 Farbzeichnungen, laminierter Pappband, 30 Euro, Kosmos Verlag

 

 

 

 

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