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Marktplatz Esslingen es-funkelt.de

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aufmöbeln – schönes aus flohmarktfunden

Was manche zum Sperrmüll geben, finden andere höchst attraktiv: alte Stühle, Sessel, Sofas, Schränke, Regale, Küchenboards, Tische, Fensterrahmen, Geschirr und was eben sonst so raus soll, wenn es dem Besitzer zu alt erscheint.

Nicht erst seit Shabby Chic in ist, stöbern Trödler und Liebhaber durch Sperrmüllhaufen und laden die gefundenen Schätze auf ihre Handkarren – immer öfter rücken sie sogar mit kleinen Transportern an, um ihre Fundstücke abzutransportieren. Abgestaubt und eventuell ein bisschen aufgemöbelt, lässt sich auf Flohmärkten gutes Geld damit verdienen.

aufmoebelnBesonders gefragt sind derzeit Möbelstücke und Utensilien aus Industriebetrieben und Werkstätten: alte Rollwägen, Paletten, Stühle und Hocker – zum Teil in original Bauhaus-Design – sowie Spinde, Werkstattregale oder riesige Lampen. Alle in schwerer, haltbarer Qualität und mit möglichst viel Patina. Mir ist ein ziemlich tolles Rollregal durch die Lappen gegangen, weil ich einfach viel zu lange überlegt habe. Ja, die Teile sind meistens nicht mehr billig zu haben, auch wenn – oder grade weil – sie mit Gebrauchsspuren übersät sind.

So ändern sich die Zeiten – aus alt mach neu liegt absolut im Trend! Jahrelang dachte ich, dass mir das handwerkliche Geschick fürs Möbel-Upcycling fehlt, aber nachdem ich erst mal angefangen hatte, staunte ich nicht schlecht, wie mit wenig Aufwand neue Schmuckstücke entstehen.

Das Tolle dabei: Aufmöbeln reduziert die Müllberge. Was noch viel mehr freut: dass das „neue“ Lieblingsstück von Anfang an perfekt zum persönlichen Stil passt. Außerdem ein supertoller Eyecatcher ist, den nicht jeder hat. Und das Allerbeste: die neue Kreation bringt eine frische Note in Heim und Garten, bewahrt trotzdem alte Erinnerungen und ist durchs Upcyceln sogar um ein weiteres gemeinsames „Erlebnis“ reicher.

Statt zu „vermöbeln“ sollte also viel mehr aufgemöbelt werden – nur Mut, es lohnt sich! Allen, die ein ein paar Ideen und Basiswissen brauchen, kann ich wärmstens das Buch „Aufmöbeln. Schönes aus Flohmarktfunden“ aus dem Thorbecke Verlag empfehlen und es müssen keineswegs nur Flohmarktfunde sein, die zum Aufmöbeln taugen: ein Gang durch Keller, Dachboden oder Garage fördern ebenfalls passendes Material zutage.

Da geraten beispielsweise alte Korbsessel in einen blumigen Farbrausch, ein schlichter Küchenschrank trägt nach liebevoller Zuwendung ebenfalls ein stylishes Blumenmuster, ausgediente Weinkisten werden zum trendigen Küchenregal und ein weit gereister Koffer setzt sich als Beistelltisch zur Ruhe.

Aus Baubrettern, einer Industriepalette und einer Zinkwanne wird eine sommerlich bunte Gartendusche und hübsch lackierte Kartoffelkisten geben eine prima Gartenküche ab. Thermoskannen, Backformen und Farbkübel werden zu stilvollen Lampenfüßen und zwei Leuchter auf einer restaurierten Holztür ergeben ein ganz besonderes Deko-Leucht-Element.

Einige Ideen sind ganz einfach umzusetzen, für etwas kniffligere Neukreationen gibt es ab Seite 90 detaillierte Arbeitsanleitungen. Das Kapitel „Instandsetzen und Reparieren“ hat mir ebenfalls sehr gut gefallen, denn hier wird erklärt, wie alte Möbel fachgerecht gereinigt, abgebeizt, gepflegt und repariert werden. Auch die Flechtbespannung für die Sitzfläche eines Stuhls wird Schritt für Schritt erklärt.

Türschlösser auswechseln, Marmor pflegen, Lampenelektrik montieren, Intarsien ergänzen, Glas, Keramik oder einen Bilderrahmen reparieren? Alles kein Problem: Zahlreiche Farbfotos ergänzen die Anleitungen und machen das Aufmöbeln zum großen Spaß.

Ausgewählte Einkaufsadressen in Deutschland – und im Internet – ergänzen diesen Ratgeber, der gerade jetzt so richtig Lust drauf macht, alten Möbeln und verstaubtem Hausrat eine originelle Frühjahrskur zu verpassen!

Dominique Paulvé „Aufmöbeln. Schönes aus Flohmarktfunden“, 160 Seiten, Hardcover, 19 Euro 99, Jan Thorbecke Verlag

 

 

natürlich leben – ein kreativer ideenfundus

Der moderne Mensch ist schon ein kurioses Wesen: je „fortschrittlicher“ unser Alltag wird, um so mehr sehnen sich viele nach einem natürlicheren Leben. Und während die einen sagen „Wir können nicht mehr zurück“ – und einige wollen auch nicht – machen sich andere auf die Suche nach Erkenntnissen über natürliche Abläufe und Wirkstoffe.

natuerlich_lebenSimplify your life oder Ulrich Mohrs Simplonik sind beispielsweise Ansätze für ein einfaches Leben, das auf natürlichen Grundlagen fußt und ich bin sicher, die „Erfinder“ dieser Konzepte verdienen viel Geld damit. Es geht auch einfacher – und kostengünstiger: das beste Konzept ist die Erinnerung. Wie haben denn unsere Großeltern und Urgroßeltern gelebt und gearbeitet? Vieles aus der guten alten Zeit wurde von der Welle des Wirtschaftswunders ins Reich des Vergessens geschwappt – alles musste möglichst elektrifiziert und auf Knopfdruck funktionieren, chemisch war gut und modern und selber machen wurde belächelt.

Dieses Bild vom segensreichen Fortschritt ändert sich grade gründlich: die Negativeffekte einer fortschreitenden, einseitigen Technisierung werden immer sichtbarer und hinterlassen hässliche Spuren – in der Umwelt, in der Psyche und nicht zuletzt auch an unseren Körpern. Leben im Einklang mit der Natur ist en vogue und gleichzeitig offenbart sich bei dieser Bewegung, wie weit wir tatsächlich schon davon entfernt sind.

Erste Schritte für ein natürliches Leben sind allerdings einfach und wunderbar in den Alltag integrierbar – für alle, die keine Großeltern mehr haben, von deren Erfahrungen sie profitieren können, hat zum Beispiel Vivienne Bolton in ihrem Buch „Natürlich leben“ traditionelles Wissen für Küche, Haus und Garten aufgeschrieben.

Die einfachen und wirkungsvollen Tipps, Rezepte, Anleitungen und Anregungen hat sie sich von ihrer afrikanischen Großmutter sowie auf Reisen durch die ganze Welt abgeschaut und gemerkt. Die Fundgrube für Deko, Naturkosmetik, Heilmittel, Gaumenfreuden und einen ursprünglichen Garten sind in vier Kapitel eingeteilt und los gehts im Frühjahr: die Tage werden länger, die Sonne lässt sich wieder öfter sehen und da fällt mir doch tatsächlich auf, dass die Fenster mal wieder geputzt werden könnten. Auch sonst drängt es mich urplötzlich Richtung Frühjahrsputz.

Ich nutze ja grundsätzlich möglichst giftfreie Reinigungsmittel – zum Beispiel von frosch – deshalb war ich gespannt auf Vivienne Boltons Tipps: sie empfiehlt für den natürlichen Frühjahrsputz einfache und effektive Zutaten wie Natron und Borax – klassische Reiniger mit vielen Einsatzmöglichkeiten, zum Beispiel zum Silber putzen oder für einen fleckenlosen Kühlschrank.

Gegen Kalkablagerungen hilft eine Mischung aus Natron und Essig und beim Fenster putzen erzielen Essig und Zeitungspapier genau so strahlend saubere Ergebnisse wie handelsübliche, doch meist hochgiftige Reinigungsmittel – ehrlich, ich habs ausprobiert! Auch Zitronensaft, Seifenflocken, Bienenwachs und Olivenöl helfen äußerst wirkungsvoll im Haushalt mit und das ganz ohne Gift und Chemie.

Außerdem im Kapitel Frühling: Tipps und Ideen für blühenden Zimmerschmuck, für Frühjahrsschlemmereien – zum Beispiel grüner Spargel, Löwenzahnsalat, Brennesselbier oder Holunderlikör – sowie fürs Ostermenü. Auch einige Kosmetikrezepte sind schon dabei, für erfrischendes Holunder-Gesichtswasser etwa.

Im Sommer entfaltet sich dann der ganze Reichtum der Natur: auf der Fensterbank und im Garten wachsen Kräuter, an den Sträuchern reifen farbenfrohe Beeren, Tomaten und andere Gemüsesorten, kurz: es gibt jede Menge Zutaten für Feines aus der (Kosmetik-)Küche! Wie wärs mit selbst gemachten Kräuterbädern, Rosen- und Lavendelhandcreme? Oder mit herrlichen sonnengetrockneten Tomaten, mit Konfitüren und Sommerdrinks?

Wer erst mal erfolgreich ein paar Rezepte ausprobiert hat, mag gar nicht mehr aufhören und experimentiert bald lustvoll mit Lieblingszutaten die gerade da sind und findet eigene Kreationen. Weiter gehts im Herbst – da wird vor allem Eingemacht und Hausmittel wie Holundertonikum oder Ingwerbäder helfen beim Gesundbleiben.

Im Winter duftet es fein nach Lebkuchen, Tannenzweigen und selbst gemachten Potpourries, im Garten wird die Wintersonnwende zelebriert und lange Abende eignen sich prima um beispielsweise eine hübsche Wolldecke zu machen, zu flicken oder Dinge zu reparieren. Auch Körper und Seele wollen Zuwendung: so versüßen Weihnachtsnaschereien die kalte Jahreszeit und ausgetrocknetes Haar wird mit Salbeihaarwasser oder eine Ölkur wieder glänzend gepflegt.

Der schön bebilderte Ratgeber ist ein abwechslungsreicher, zeitloser Ideen-Fundus für Alltäglichkeiten und ein toller Impulsgeber für alle, die natürlichen Genuss zu schätzen wissen.

Vivienne Bolton „Natürlich leben. Traditionelles Wissen für Küche, Haus und Garten“, 176 Seiten, Hardcover, 22 Euro 90, Jan Thorbecke Verlag

 

ich war in der baumschule

„Du warst wohl in der Baumschule“ – fast jeder kennt diesen Spruch, aber meistens weiß keiner so ganz genau, was in einer Baumschule tatsächlich passiert. Dass da Eichen keine Klassenarbeiten schreiben und Tannen nicht nachsitzen müssen, hab ich neulich bei einer Reportage über Ausbildungsberufe erfahren. Mein Feature erschien in einer Sonderpublikation der Stuttgarter Zeitung:

Ein Beruf voller Leben

Lokführer, Kapitän, Feuerwehrmann, Pilot oder Polizist: kleine Jungs entflammen oft früh für einen möglichst „heldenhaften“ Beruf. Als Yannick Frey schon als kleiner Knirps entdeckte, dass aus einem Steckling eine ganz neue Pflanze wachsen kann, war er von dieser Beobachtung so fasziniert, dass er unbedingt Gärtner werden wollte.

Und während die meisten potentiellen Lokführer, Kapitäne und Piloten später doch lieber Rechtsanwalt, KfZ-Mechaniker oder Ingenieur geworden sind, blieb Yannick Frey seinem Berufswunsch treu und begann im September vergangenen Jahres in der Gartenbaumschule Wöhrle in Winnenden seine Ausbildung zum Gärtner der Fachrichtung Baumschule.

baumschule9_blogOb Prachtstauden wie Rittersporn, Lupine oder Stockrose, Steingartenstauden wie Blaukissen und Phlox, ob Bodendecker, Laubbäume, Zwerg- oder Obstgehölze: am Ende seiner Ausbildung kennt Yannick Frey mindestens 1000 Pflanzen in Gattung, Art und Sorte, weiß, welche Standorte und Bodenverhältnisse sie bevorzugen, wie hoch sie werden, wann was blüht und mit welchen anderen Pflanzen sich seine „Schützlinge“ am besten vertragen.

Jetzt, im ersten Lehrjahr geht es zuerst um ganz einfache Grundkenntnisse des Gärtnerns und darum, den Ausbildungsbetrieb genau kennen zu lernen. Und weil das bei allen Gärtner-Lehrlingen im ersten Lehrjahr gleich ist – egal, ob sie in der Fachgruppe Blumen- und Zierpflanzen, Friedhofsgärtner oder Gemüseanbau arbeiten – haben sie auch in der Berufsschule noch den gleichen Lehrplan. Erst später spalten sich die unterschiedlichen Gruppen in Fachklassen auf.

Bei Chefin Katja Meindl und den Auszubildenden höherer Lehrjahre schaut sich Yannick ab, was er später beherrschen muss, damit er gesunde, robuste Pflanzen aufziehen kann: Graben, Setzen, die Pflanzen nach einiger Zeit wieder Ballen schonend ausgraben, Düngen, Wässern und wie man Schädlinge bekämpft.

„Als Gärtner haben wir ein hohes Maß an Verantwortung, deshalb arbeiten die Auszubildenden im ersten Lehrjahr noch nicht selbstständig an der Pflanze“, erklärt Ausbilderin Katja Meindl. Trotzdem bleibt für Yannick genug zu tun: im Herbst hat er geholfen, die Pflanzen einzuwintern, hat beispielweise Töpfe zusammen gerückt, damit sich die Pflanzen gegenseitig warm halten können. Und er hat Weihnachtsbäume verkauft.

Auch mit dem Radlader ist Yannick manchmal unterwegs, transportiert schwere Sachen übers sechs Hektar große Areal der Baumschule. Außerdem gehören das Etikettieren und Anbinden der Pflanzen zu seinen Aufgaben. Obwohl die Tätigkeiten im Moment recht anspruchslos erscheinen: Yannick ist mit Herz und Engagement bei der Sache.

„Ich arbeite einfach gern mit Pflanzen oder ums anders auszudrücken: So wichtig wie für Kindergärtnerinnen die Kinder sind, sind es für mich die Pflanzen“, sagt der 20-Jährige. „Besonders gefällt mir, dass wir Gärtner der Baumschulen eine große Pflanzenvielfalt erhalten und viel im Freien sind.“ Im Frühjahr ist Hauptsaison in der Gartenbaumschule und Yannick wird zum ersten Mal beim Aufschulen dabei sein, wenn die Jungpflanzen auf den Acker kommen.

Insgesamt dreimal werden die Jungpflanzen in einer Baumschule verpflanzt, bei jedem Mal bilden sie neue Wurzeln in Stammnähe und nehmen dadurch später beim Kunden im Garten vergleichsweise wenig Boden ein. Auch der Schnitt ist wichtig, damit der junge Baum richtig anwächst und eine schöne Krone entwickeln kann. Alles Prozesse, die Jahre in Anspruch nehmen und für die ein Gärtner entsprechende Erfahrung braucht.

Am meisten freut sich Yannick darauf, im dritten Lehrjahr Wildlinge zu veredeln – eine Arbeit, die im Sommer statt findet: auf so genannte Unterlagen – also wilden Jungpflanzen einer Art – werden „Augen“ anderer Bäume aufgepfropft. Nur so entstehen zum Beispiel verschiedene Apfelsorten. Ohne Veredelung gäbe es gerade mal eine wilde Apfelsorte.

Bei der Baumschule Wöhrle setzt man übrigens auch in der dritten Generation auf Handarbeit: Schneiden, Stäben, Anbinden – alles geschieht per Muskelkraft und für jede Pflanze individuell.

 

 

schönwettermarkt in esslingen

Der Termin steht zwar schon lange fest, trotzdem bleibt es noch ein paar Tage spannend, denn der Schönwettermarkt findet wirklich nur bei schönem Wetter statt. Wenns am Samstag also wie vorausgesagt sonnig vom Himmel lacht, findet Ihr mich von 11 bis 18 Uhr mit meinem Stand in der Bahnhofstraße. Wie immer hab ich Handgemachtes aus Papier im Gepäck, ganz neu im Angebot sind Notizhefte im Miniformat oder hübsche Leporellos.

Schönwettermarkt-Mail