50 ziemlich beste ziele

Mit Superlativen ist es ja immer so eine Sache und Journalisten werden in Schreibschulen und Redaktionen davor gewarnt, besser: geradezu genötigt, sie am besten ganz zu vermeiden. Trotzdem traut sich Karin Kontny ihr neues Buch „Best of Stuttgart – Die 50 besten Ziele“ zu nennen. Damit sind die ausgewählten Top-Sehenswürdigkeiten ein echtes Statement und nicht mal ein rein subjektives: auf Platz rangiert zum Beispiel der Stuttgarter Fernsehturm und wie beliebt er bei den Stuttgarter tatsächlich ist, zeigten die anhaltende Entrüstung und Kämpfe, als der schlanke Schöne für fast drei Jahre geschlossen wurde.

kontny_50_besteDer Turm sei brandschutztechnisch ein Risiko hieß es aus dem Rathaus und obwohl es keiner wirklich glauben wollte, schlossen sich die Türen nicht nur für Touristen sondern auch für die Stuttgarter selbst. Jetzt haben sie ihn wieder und besuchen ihn fleißig, ihren ganzen Stolz – weil er nicht nur schön ist, sondern auch weltweit der Erste seine Art und weil man von seiner Plattform aus einen atemberaubenden Blick in die Region genießen kann.

Auch das Neue und Alte Schloss – im Buch auf Platz 2 – sind besondere Sehenswürdigkeiten. Zwar lächeln die Hamburger zuerst ein bisschen, weil ihr Rathaus fast genau so groß ist wie das Neue Schloss im Herzen der Stadt, dafür sind die Plätze drumrum fast schöner als der Jungfernstieg – nicht zu vergessen: die wechselhafte(n) Geschichte(n) die hier von und über Grafen, Herzöge und Könige geschriebe(n) wurde(n) und die oft Teil nicht nur Baden-Württemberg nachhaltig prägten. Das Alte Schloss zeigt sich seit vielen Jahren ganz volksnah und macht als landesgeschichtliches Museum wertvolle Schätze in schmucken Sammlungen und aufwändig inszenierten Ausstellungen für alle erlebbar.

Und dann die Wilhelma: ursprünglich als königlicher Park zum Lustwandeln erschaffen, ist sie heute einer der schönsten zoologisch-botanischen Gärten weltweit – der Mix aus botanischem Garten, historischen, maurisch geprägten Gebäuden und königlichen Parkanlagen ist auf jeden Fall einzigartig. Zu Recht auf Platz 3 der 50 Stuttgarter Top-Ziele.

Zwei kulturelle Hochkaräter neuester Zeit sind die Kunst-Tempel Neue Staatsgalerie und das verglaste Kunstmuseum – beide beherbergen bedeutende Sammlungen in aufregend-ästhetischer Architektur. Und wer nach dem Kunstgenuss ein paar ausgewählte Stücke aus einem der größten und besten Kuchen-Torten-Angebote der Stadt genießen mag, findet nur ein paar Schritte weiter das Café Grand-Planie – zu jeder Jahreszeit einen Besuch wert.

Zu den zehn Premium-Zielen“ des Buches zählt Karin Kontny weiter die Königstraße – weil (noch) längste Einkaufsmeile Deutschlands, das Mercedes-Benz Museum – rund 7 Millionen Besucher in zehn Jahren sprechen für sich – sowie der Stuttgarter Weihnachtsmarkt, die Stuttgarter Stäffele, die ewig moderne Architektur-Modellsiedlung am Weissenhof und der schwer ramponierte, aber noch gut erkennbare Bahnhof mit seinem markanten Turm.

Auch die Markthalle, das Haus der Geschichte, das Bohnenviertel, Staatstheater, Teehaus, Linden-Museum, die Mineralbäder, der Wasen, die Gärten in Hohenheim, die Zacke, die Grabkapelle und der Neckar-Käptn sind charmante, einzigartige Stuttgarter, die man Besuchern stolz und gerne zeigen kann, auch wenn – oder gerade weil – man sie in und auswendig kennt. So gesehen, find ich, hat sie’s richtig gemacht, die Frau Kontny und im Fall dieses handlichen, schön bebilderten Stadtführers – mit dem Stuttgart-Besucher auch prima alleine losgehen können – ganz unbescheiden auf Superlative der Stadt gesetzt!

Karin Kontny „Best of Stuttgart – Die 50 besten Ziele“, 128 Seiten, 60 Farbfotos, kartoniert, 9 Euro 90, Silberburg-Verlag

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